Podcast

No Bullshit Founders

Der No Bullshit Founders Podcast ist mehr als nur ein Gespräch unter Gründern – er zeigt, wie unternehmerische Entscheidungen wirklich getroffen werden, wenn es um Wachstum, Verantwortung und nachhaltige Systeme geht.

Ole, Moritz und Tim sprechen offen über die Realität hinter digitalen Geschäftsmodellen: Welche Entscheidungen tragen langfristig? Wo entstehen unnötige Risiken? Und warum scheitern so viele Projekte nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung?

Zwischen den Zeilen wird klar, worauf es ankommt: klare Prozesse, belastbare Technologien und Systeme, die nicht nur starten – sondern dauerhaft funktionieren.

Wer verstehen will, wie erfolgreiche Unternehmen heute aufgebaut werden, bekommt hier nicht nur Einblicke, sondern auch ein Gefühl dafür, welche Qualität in Umsetzung und Technologie den Unterschied macht.

jeden Dienstag

Die Podcaster

Foto von Kai Ole Hartwig.

Kai Ole Hartwig

Founder · Moselwal Digitalagentur · OnlyOle

Programmiert seit 2002 – autodidaktisch gelernt, 2012 mit KO-Web selbständig gemacht, heute Moselwal. Über 100 Projekte, Fokus auf Security, Performance, Automatisierung und Qualität.

Moritz Hofmann

Gründer & Geschäftsführer · FastPal · Hofmann Handelsgesellschaft mbH · Luxintent

Tim Uhlott

Gründer & Software Architekt · GuardingPearSoftware · KHS Group · User-Aid

Uns gibt es auf…

Aktuelle Folgen

S1 E1346:26

No Bullshit Founders mit Anto „Toni" Matjevic: Vom 15-Euro-Fiverr-Gig zur profitablen Bewerbungshilfe

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Vom 15-Euro-Fiverr-Gig zur profitablen One-Man-Show: Anto „Toni“ Matjevic zeigt bei No Bullshit Founders, wie er mit Bewerbungshilfe, Google Ads, radikalem Kundenservice und viel Trial-and-Error ein funktionierendes Business aufgebaut hat. Wir sprechen über teure Klicks, Schweizer Telefonnummern, WhatsApp als Vertriebskanal, gescheiterte SaaS-Experimente, Vorkasse, Pricing und warum KI seinen Job nicht einfach ersetzt. No Bullshit. Viel Praxis. Keine Gründer-Romantik.

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Moritz Hofmann

Hi, herzlich willkommen zu einer neuen Folge No Bullshit Founders. Wieder mit Ole, Tim und mir. Ich bin Moritz. Heute zu Gast ist Toni von Tonis Bewerbungshilfe. Toni, schön, dass du da bist. Willst du dich einmal kurz vorstellen?

Toni

Ja, danke zuerst einmal für die Einladung. Freut mich wirklich sehr, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Anto Matjevic oder eben Toni als Spitzname und ich schreibe Bewerbungsunterlagen. Und zwar mache ich das im Dachraum, hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz. Kunden oder potenzielle Kunden kontaktieren mich und schreiben, rufen an, sagen, du Toni, ich brauche Hilfe bei meinen Bewerbungsunterlagen oder ich möchte mich wo bewerben, ich brauche hier einen Job, da einen Bewerbung schreiben, da einen Lebenslauf, hier ein Studium. Und ich schreibe denen die Unterlagen sozusagen als Ghostwriter. Ich mache das Ganze jetzt schon seit, ich glaube jetzt werden es bald mal sieben Jahre, sechs, sieben Jahre, sowas in dieser großen Ordnung. Ich habe das natürlich am Anfang nebenberuflich gemacht und seit mehreren Jahren jetzt halt auch schon hauptberuflich. Ich bin da an und für sich ziemlich gut unterwegs damit. Ich mache das aktuell alleine, früher mal mit Mitarbeitern. Heute habe ich nur noch eine Buchhalterin und freue mich heute ein bisschen was erzählen zu dürfen über das, was ich mache, wie ich das mache, welche Systeme dahinter sind und bin ready für eure Fragen. Ich hole mal nicht vorab gleich groß aus. Vielleicht habt ihr so ein bisschen einen Leitfaden oder eine Struktur, wie ihr mich bearbeiten wollt. Freue mich auf den Austausch. Äh, ja.

Tim Uhlott

Schön, dass du da bist.

Moritz Hofmann

Auf jeden Fall. Ja, ich finde es erstmal super, dass du hier bist. Man muss dazu sagen, ich bin auf dich aufmerksam geworden, weil du aktiv in dem Discord bist, wo wir uns kennengelernt haben und du scheinst relativ erfolgreich zu sein mit dem, was du machst. Also...

Toni

An und für sich schon. Erfolg ist, glaube ich, immer, wann ist man erfolgreich? Klar, wenn man schwarze Zahlen schreibt, wenn man Gewinn macht, wenn man davon leben kann. Es gibt sicherlich Leute, die verdienen viel mehr und zigfaches von mir. Ich sage es mal so, ich verdiene genug, dass ich mir mit Hausfrauen und Kind eigentlich ein schönes Leben machen kann. Von dem her, Für mich ist das eher der Erfolg, ja, sozusagen, zeitfrei einteilen, gutes Geld meiner Meinung nach verdienen, ja, sind jetzt keine extremst großen Zahlen, ja, aber funktioniert definitiv gut, beziehungsweise wird natürlich auch jedes Jahr mehr und mehr, ja.

Tim Uhlott

Du sagtest gerade Discord. Welcher Discord ist das? Welcher Server? Worüber kennt ihr euch?

Moritz Hofmann

Wir sind auf dem.com Discord-Server. Das ist ein Discord-Server für Selbstständige und Unternehmer.

Tim Uhlott

Ist das nicht sogar der von dem Konrad? Von dem Konrad Böhnke?

Moritz Hofmann

Genau richtig.

Tim Uhlott

Ah, so schließt sich der Kreis. Okay, spannend.

Toni

Ja, ganz genau. Mit Konrad hat er auch schon viel Kontakt gehabt.

Tim Uhlott

Der war ja auch schon bei uns vor zwei, drei Folgen oder so. Okay, cool.

Toni

Ich habe ein bisschen reingehört.

Kai Ole Hartwig

Okay, und wie muss ich mir das jetzt vorstellen? Du sagst, du schreibst die Bewerbungen für Leute. Wie kommen die Leute denn zu dir? Ja.

Toni

Ich muss da wahrscheinlich ein bisschen weiter ausholen. Früher, also meine Anfänge, die waren auf Fiverr. Fiverr sagt euch allen was. Fiverr.com, diese Gig-Plattform. Und ich habe da einfach mal einen Account gemacht und reingegangen und so einen Gig gemacht. Ja, ich schreibe dir die Bewerbungsunterlagen. Ich glaube, der erste, ich habe 15 Euro verdient und dafür... drei Stunden Arbeit gehabt. Ich kannte mich gar nicht aus auf dieser Plattform. Habe es dann aber irgendwie schnell realisiert, wie das funktioniert, auf welche Keywörter man achten muss und war da schon eher einer der Ersten. Da waren nicht so viele deutsche Ghostwriter auf dieser Plattform, die Bewerbungs-Service angeboten haben. Mitbewerb war schon da, aber so richtig deutsch sprechende Leute, die deutsche Unterlagen machen, das war eher noch ein bisschen Wenig. Ist jetzt auch noch nicht so viel.

Kai Ole Hartwig

Mhm. Mhm.

Toni

Falls wer Lust hat, kann er da gerne auch einen Gig machen und seine Bewerbungsdienste anbieten. Und habe mich da so ein bisschen hochgekämpft. Da gibt es ja diese Seller Level 1, 2 und Top-Rated Seller. War ein kurzzeitiger Top-Rated Seller, hatte so 200, 300 Bewertungen. Und da habe ich mir ein bisschen einen Namen gemacht, aber war halt immer an dieser Plattform gebunden. Und dann kam halt diese Idee, komm, lass mal eine eigene Website machen, lass mal Google-Bewertungen sammeln, ja. Und habe mir dann so eine ganz einfache Landingpage zusammengebastelt, ja, so mit Toni, oder ich hieß früher noch MTHVC, ja, mit Nachname sozusagen, ohne Vokale, so ein Firmenname, die keiner aussprechen kann. Und... habe halt diese Landingpage gebaut, die war wirklich schlecht. Und auf diese Landingpage habe ich Google Ads geschaltet. Da habe ich auch YouTube aufgemacht, okay, komm, wie setze ich Google Ads auf? Und ich habe 5 Euro am Tag reingeschmissen, am zweiten oder dritten Tag, also ich glaube, da waren die Ad-Kosten 15 Euro. Hat sich wirklich wer gemeldet und so, hey Toni, ich habe deine Website gesehen, kannst du mir mal nicht die Bewerbungsunterlagen machen?

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Und habe da aber gleich so 50% mehr verlangt, als was ich dazu mal auf Fiverr verlangt habe. Fiverr ist eher was für günstigere Gigs, beziehungsweise ist der Mitbewerb ziemlich groß. Und die Ad-Kosten musst du ja auch irgendwie reinspielen. Und dann war ich angefixt. Okay, das funktioniert ja wirklich. Du zahlst 10 Euro und verdienst von mir 150. Das ging dann immer so weiter. Bin dann stetig gewachsen, gewachsen, gewachsen und bekomme die Leute an und für sich auch noch weiterhin.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Heute zum Großteil über Google Ads, natürlich dann auch über meine diversen Webseiten, ein bisschen SEO optimiert. Da und da gibt es mal ein paar Ausreißer, die so kommen und halt auch durch LinkedIn. Ich schaue halt, dass ich über mehrere Kanäle auf mich aufmerksam mache. Aber ich sage mal 70 Prozent des Umsatzes kommen sicherlich monatlich über Google Ads rein.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Das ist an und für sich auf zwei Kampagnen aufgeteilt, einmal in Deutschland und einmal in Schweiz. Ist auch kein Hexenwerk, sage ich mal, ganz klassisch Longtail-Keywords genommen, ja. Keine Performance-Max-Kampagnen oder irgendetwas, sondern wirklich ganz einfache Suchanzeigen-Kampagnen. Und wenn wer eben das Keyword in Google eingibt, dann komme ich, ja.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Und da halt eben, ich arbeite da mit so einer Negativ-Keyword-Liste, damit die Anzeigen wirklich nur dann ausgespielt werden, wenn ich das will.

Kai Ole Hartwig

Ja. Und hat sich das so, also gerade Google Ads sagst du jetzt so, hat sich das in den Jahren verändert? Also ich weiß, in den Anfängen, da ist man mit irgendwie 10, 15, 20 Euro über den ganzen Monat gekommen und hat wirklich schön Leads geingeholt. Und je nach Marktsegment ist das ja wesentlich härter geworden. Ist das bei dir jetzt mit dem Ghostwriting auch so, oder?

Toni

Ja, gute Frage. Also am Anfang war der CPC sicherlich geringer. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz habe ich hier sicherlich einen erhöhten CPC von, ich sage mal 30-40%. Also die Klickkosten sind definitiv teurer geworden.

Kai Ole Hartwig

Hm. Hm.

Toni

Früher war das wirklich so teuer. hast du halt von mir aus mal 1000 Euro im Monat reingeschmissen und bekamst das 6-7-fache Retour. Heutzutage eher nicht so, beziehungsweise musst du wirklich mal die Kampagnen aggressiver schalten, damit du überhaupt noch einen Anteil da bekommst. Da hat sich schon ein bisschen was getan. Weil ich natürlich von mir sagen muss, ich bin gar nicht der gute... Google Ads Experte, ja, sondern ich habe wirklich das Learning by Doing gemacht, ja. Viel Geld verbrennt, natürlich, ja.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Da mal was ausprobiert, dann so ganz klassisch diese Anrufe, die du von denen bekommst, dann ruf mal wer aus Irland an, dann wer aus Portugal und die möchten dir irgendwas optimieren und was er sich machen soll, als wären du deine besten Freunde, ja, möchten an und für sich nur, dass du weiter Budget verbrennst, ja. das war auch so eine kurze lernphase ist was die mir erzählt der die will ja nicht helfen werde will nur schauen dass das geld wegkommt da habe ich schon ja ja genau ja ganz genau das waren so diese diese ich sage mal fehler die ich machen musste ja

Kai Ole Hartwig

Sie möchte dir schon helfen, dass du nicht so viel Geld im Konto hast.

Moritz Hofmann

Ja.

Kai Ole Hartwig

Dass du da nicht Probleme hast.

Toni

weil ich habe letztens erst wieder auf mein Google Ads Konto geschaut. Darf ich ja nicht vergessen, ich mache das noch nicht so lange und bin an und für sich ein Einzelunternehmer. Ich habe knapp oder schon über 150.000 Euro nur für Ads ausgegeben. Das ist ja an und für sich nicht so wenig für eine One-Man-Show.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Ja, und... Da wahrscheinlich 20, 30 Prozent davon sind, jetzt hätte das ein Profi gemacht, alle sind sicher aus dem Fenster geworfen worden. Halt viel herumprobiert. Das Problem ist mein Vertrauen meistens, wenn ich irgendeine Agentur oder irgendeinen Typen habe,

Tim Uhlott

Ja, ich kenne das. Mhm.

Toni

Das hat bis jetzt nicht so gefruchtet. Auch mit diesen Google Ads Typen, die mich da angerufen haben und da denkst du dann, na gut, dann komm, dann mach ich es selber. Dann weiß ich wenigstens, dann lerne ich wenigstens etwas dabei.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

An und für sich habe ich es jetzt gut unter Kontrolle. Wenn dir wahrscheinlich ein Profi über die Schultern schauen würde, der würde sich denken, was macht der da? Ja.

Tim Uhlott

Wie machst du das mit den Kosten per Klick? Machst du das dynamisch oder hast du ein Maximum, was du eingibst?

Toni

Ja, gute Frage. Früher habe ich das wirklich mit manuell und jedes Keyword hatte sozusagen sein Max CPC.

Tim Uhlott

Hm. Hm.

Toni

Jetzt Smart Bidding. Da mache ich es so, dass ich das über diese, wie heißen diese, strategischen Gebotsanpassungen, glaube ich, mache. Ich schaue mal.

Tim Uhlott

Mhm.

Toni

Das heißt, jede Kampagne hat sozusagen eine eigene Gebotsstrategie und das hilft, also eine Portfolio-Gebotsstrategie, genau.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

Weil wenn ich das nämlich so mache, dann kann ich mit einem Ziel-CPA arbeiten, was ich ganz gerne tue, ja, okay, kommt Ziel-CPA und dann, wenn du das aber über diese Portfolio-Gebotsstrategie machst, dann kannst du nicht nur den Ziel-CPA einstellen, sondern auch einen Max-CPC. Das geht sonst nicht.

Tim Uhlott

Hm.

Toni

Und wenn ich das über eine Portfolio-Gebotsstrategie mache, dann kann ich sozusagen sagen, okay, komm, ich mache das über ein Ziel-CPA, mache mal Ziel-CPA 40 Euro. Und da habe ich dann aber das Problem, dass ich dann in der Schweiz massive Ausreißer habe.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

In der Schweiz, der kann dir Klick 16 Euro ausreißen. Und kam öfters vor und diese 16 Euro Klicks, die mag ich an und für sich nicht so, weil durch meine Daten bin ich an und für sich drauf gekommen, dass ich wahrscheinlich 80% der Schweiz abdecken kann bei meinen Keywords mit, ja, ich sag mal eher

Tim Uhlott

Hm? Hm?

Toni

CPC ist um die 4, 5 Euro. Und dann kann ich dann mal sagen, okay, komm, Schweiz Ziel-CPA von 40, 45 Euro.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Und schmeiße aber diesen Max-Klick irgendwo auf 4 Euro, 5 Euro. Und dadurch habe ich eben zwei sozusagen Stellschrauben, an denen ich herumschrauben kann. Kann zum Beispiel dann auch sagen, komm, ich erhöhe den Ziel-CPA von 40 auf 40. schrittweise dann 50. Mach alles aggressiver, biete mehr Kampagnen mit, lass aber mein Max CPC auf 4 oder 5. Ja, dadurch versucht, dabei mehr Kampagnen mitzubieten, weil es ja an und für sich nicht geht und deswegen gibt er mich öfters auf Position 2, 3 oder 4 oder zum Schluss und da gehe ich davon aus, gut, die Leute scrollen. Wenn er dann so weit scrollt und trotzdem auf mich klickt, dann passt das ja.

Tim Uhlott

Ja.

Toni

Und so steuere ich das Ganze ein bisschen. Ob das jetzt so richtig ist, keine Ahnung, ob man mir da jetzt recht gibt. Das ist halt aktuell für mich die logischste oder beste das zu machen der funktionierende ja ja ja

Tim Uhlott

Ich meine, wenn es ja funktioniert. Wenn du die Tage mal Zeit hast, musst du mir mal bei die Schulter gucken. Ich habe auch schon versucht, aber wenn kläglich gescheitert, ich gebe nur Geld aus, statt teilzunehmen.

Moritz Hofmann

Toni, wie definierst du denn Acquisition oder Conversion? Ist das irgendwie Kontaktformular ausfüllen? Auf deiner Webseite kann man ja auch jetzt zum Beispiel auf dem WhatsApp-Button klicken. Trackst du wirklich alle Conversions?

Toni

Sehr gute Frage. Ich arbeite ja mit mehreren Websites, aber an und für sich habe ich es wirklich so, zu dieser Kontaktaufnahme habe ich zwei Landingpages, einmal Deutschland, einmal Schweiz. Und jeweils dazu eine Kampagne. Diese Landingpages, die werden getrackt, die Conversions, auch der WhatsApp-Button, kannst gerne mal ausprobieren, wenn du jetzt auf die DE oder auf die CH gehst, also das sind diese zwei Seiten, die getrackt werden, wenn du auf den WhatsApp-Button klickst, dann kommst du dann nachher auf eine Hey, danke für deine Nachrichtseite und die werden getrackt, also diese Conversions und da ist es so, dass ich aktuell halt auch immer wieder solche ich nenne sie mal Ghost Conversions habe, ist eine oder zwei am Tag. Ich schätze mal, das ist meistens bei Menschen, die auf den WhatsApp-Button klicken und dann schreiben die nichts rein und denken sich, ach, ich schreibe dem jetzt doch nicht.

Kai Ole Hartwig

Vielen Dank.

Toni

Kommt, glaube ich, oft vor, dass Leute aus Interesse draufklicken oder daneben klicken, beim Scrollen vielleicht und dann wird die Conversion halt auch gezählt. äh, beim Kontaktformular kann das nicht passieren, da muss Felder ausprobieren, äh, ausfüllen, ja, beim, beim Kalender, beim Booking kann es auch nicht passieren, ja, da muss er seine E-Mail eingeben und alles, also diese Großkonversions kommen da wirklich durch diesen WhatsApp-Button, ich track den halt mit, weil 60, 70 Prozent meiner Anfragen über WhatsApp kommen.

Moritz Hofmann

Hmm. Hmm.

Toni

Also ich hab da, ich hab da mehrere Handys, ja,

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

Auch wieder so ein deutsches Handy, da steht Deutschland drauf und ein Schweizer Handy. Und mit Altus und Android-Teil habe ich da am Bildschirm meine verschiedenen WhatsApp-Chats drauf. Einmal Schweiz, einmal Deutschland, einmal allgemein, wo ich dann immer mit den Kunden tippe. Weil es halt einfach für einen Schweizer schöner ist und ich glaube besser ist, wenn er mit einer Schweizer Nummer schreibt. Weil ich hatte früher das Problem, Schweizer schreiben mir, dann sieht er die deutsche Nummer oder die österreichische Nummer, der sieht das, löscht das sofort und blockiert mich.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Moritz Hofmann

Wow.

Toni

Weil er denkt, oh, ich bin falsch, ich bin hier bei einem deutschen Anbieter. Wobei ich halt extremst viel in der Schweiz mache. Ich verstehe auch schon Schweizerdeutsch, weil ich das so lange mache. Und da denkt sich dann, na, der kann ja gar kein Schweizer Deutsch oder der will ja gar nicht mit uns arbeiten und löscht und blockiert mich. Und das habe ich jetzt dann eben so gemacht, dass ich wirklich mich auf den Schweizer Markt angepasst habe. Schweizer Telefonnummer, Schweizer Website, Rechnung in Schweizer Franken. Ich bin letztens wegen einem 10 Minuten Identifikationstermin, 16 Stunden, mit dem Zug nach Zürich und zurückgefahren, damit ich ein Schweizer Konto habe, damit die Schweizer wirklich auch das Schweizer Konto überweisen können. Also ich mache es dem Kunden so einfach wie möglich. Der kann mir... der macht WhatsApp auf, schickt mir auf Schweizerdeutsch eine Sprachnachricht, ja, Dodoni, ja, und ich brauche das, das, das, der bekommt die Rechnung in Franken, alles über die Schweizer Telefonnummer, kann sogar über diesen Twint Zahlungsdienstleister zahlen und kann auch auf dem Schweizer Konto einzahlen, also da bin ich an und für sich, da passe ich schon auf, dass alles für die passt, ja.

Tim Uhlott

Okay, das ist ja auf jeden Fall echt smart. Also das ist...

Kai Ole Hartwig

Ja, deutlich mehr als was... Ja. Ja.

Toni

Ja, das gleiche in Deutschland.

Tim Uhlott

Das ist, ja.

Toni

Also deutsches Konto, deutsche Website, deutsche Telefonnummer.

Tim Uhlott

Hm. Ja, ja, es muss halt für Kunden immer convenient sein, ne? Da gehst du mal die extra Meile.

Toni

Genau, genau.

Tim Uhlott

Das ist schon, das ist schon.

Toni

Ist extremst wichtig.

Tim Uhlott

Hm. Ja.

Toni

Und das war jetzt wirklich, ich habe mich so lange gesträubt, dann so ein Privatkonto gehabt. Das hat nicht funktioniert. Ich habe gesagt, komm jetzt, hilft nichts. Rein in den Zug, acht Stunden Zürich, rein ins Hotel, kurz übernachtet. Am nächsten Tag Banktermin, 10 Minuten, das waren 4, 5 Unterschriften, aber es war so ein Identverfahren, die mussten halt klären, okay, ob der Toni der Toni ist.

Tim Uhlott

Ja, muss ich sehen mal hin.

Toni

Ja, und dann 10 Minuten vorbei, ja, was machst du jetzt?

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Rüber zum Bahnhof, rein in den Zug und mit 8 Stunden nach Hause. Und dann habe ich dann endlich mein Schweizer Konto gehabt, das lustigerweise 5 Franken im Monat kostet, außer du bist nicht Schweizer, dann kostet es natürlich 30 Franken im Monat. Aber es ist ein teures Konto, es kostet eben fast 500 Euro im Jahr, ja. Aber für meine Schweizer Konten ist es das wert. Weil... Ja.

Kai Ole Hartwig

Es ist spannend, weil jetzt bei uns in der Agentur, wir haben auch Schweizer Kunden zum Teil und da machen wir das alles gar nicht. Wir stellen unsere Rechnungen in Euro, wir haben kein Schweizer Konto und gar nichts in der Rechnung. Also das ist schon extrem guter Kundenservice, würde ich sagen, was du da machst.

Toni

Ja, habe ich.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Es sieht man ja, glaube ich, ganz gut auch... bei meinen Bewertungen im Internet, heutzutage durch das neue Google-Update kann man ja sehen, ob die Bewertungen, ob Bewertungen gelöscht wurden oder nicht. Gab es ja erst vor einer Woche ein neues Update.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Bei mir wurde keine einzige gelöscht, ja. Und ich glaube, ich habe in den letzten fünf Jahren drei oder vier negative Bewertungen gehabt. Das war es, ja. Ich passe da wirklich auf, ja.

Tim Uhlott

Du hast es ja gesagt, du deckst ja den Dachbereich ab. Du hast ja gesagt, Deutschland, Schweiz, wohnst ja in Österreich, aber den österreichischen Markt, hast du gesagt, den sprichst du nicht an. Mhm.

Toni

nicht direkt über Google Ads. Also es ist, glaube ich, so, dass Österreicher nicht gern auf die ersten Links klicken. Es gibt schon die Überlegung, ob ich es wieder mal aktiviere und ausprobiere.

Tim Uhlott

Mhm.

Toni

Ist ja anders, was ich gleich gemacht habe. Die Landingpages sind ja ähnlich. Also ich könnte jetzt zum Beispiel die deutsche Page duplizieren Und das dann in Österreich wieder ausspielen und ausprobieren, ob es denn Sinn macht. Ist jetzt nämlich schon drei, vier Jahre her, dass ich mit dem aufgehört habe.

Tim Uhlott

Hm? Hm?

Toni

Es ist natürlich so, dass ich mehrere Pages habe und immer mal wieder durch andere Kanäle Österreicher auf mich zukommen und sagen, Toni, hilf mal.

Kai Ole Hartwig

Vielen Dank.

Toni

Und natürlich mache ich das dann. Aber so dieses Aktive über Google Ads wird nicht gemacht. Was halt in Österreich aktuell Der Fall ist, ich habe ja nebenbei versuche ich gerade diese Arbeitsvermittlung aufzubauen.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Das heißt, als Headhunter, Personalvermittler, wieso? Das Angebot ist ja da. Bei mir melden sich täglich Menschen, die einen Job suchen.

Tim Uhlott

Hmm. Stimmt now. Hmm.

Toni

Und das sind ja jetzt nicht nur... Einfache Jobs, da ist ja vom Oberarzt, Geschäftsführer, Projektmanager, da ist alles dabei. Auch Fachkräfte oder stark gesuchte Personen, die melden sich. So, jetzt habe ich den da und da kam halt die Überlegung, gut, da müsstest du ja irgendwie den Kreis schließen. Wenn die Leute jetzt zu mir kommen und mir Geld geben wollen, dass ich ihnen helfe, einen Job zu suchen und auf der anderen Seite gibt es aber Firmen, die genau solche Leute suchen, Du kannst ja probieren, dass du beide Seiten sozusagen bedienst. Ist nicht so einfach, wie man denkt. Es gab ja hier jetzt auch in Deutschland eine lange Zeit oder gibt es noch immer einen Hype, so dieses Active Sourcing.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

Fachkräfte kennen das sicher, wenn sie täglich von 10 Leuten auf LinkedIn angeschrieben werden. Hey, ich habe einen Job für dich, ich will dich vermitteln. ist nicht meine Art und Weise, wie ich arbeite. Bei mir ist es wirklich so, okay, gut, zu mir kommen die Kunden und sagen, ich suche wen. Ich weiß, das ist jetzt vielleicht jemand von Mangelberuf und dann unterstütze ich den vielleicht. Oder Firmen kommen direkt auf mich zu und sagen, Toni, kannst du uns helfen? Wir suchen aktuell der Fall eine Bilanzbuchhalterin.

Tim Uhlott

Hm. Hm.

Toni

Und da probiere ich natürlich bei mir in der Umgebung oder im Netzwerk, dass ich dann person finde und die person als für die firma finden ja bekommt dann dementsprechend provision und ist nicht so einfach aber baue ich gerade in österreich auch so ein bisschen auf da gibt es dann auch das ich habe ein kostenloses job portal gemacht wenn sich einfach arbeit punkt at

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

wo Firmen kostenlos Jobs inserieren können. Und das soll dann sozusagen ein bisschen Hub sein für diese Arbeitsvermittlung. Wenn dann eine Firma inseriert, die weiß dann, okay, den kennen wir ja schon. Bei dem haben wir ja kostenlos inseriert. Dann bin ich kein Fremder. Und wenn ich dann zufällig bin für die Firma Finder. Aber das ist wirklich, ist noch in den Kinderschuhen. Also wenn man da ein, zwei Arbeitsvermittlungen im Jahr hat, bin ich schon froh. Dieses Jahr gab es bis jetzt eine. Aber ja, Provisionen sind natürlich super.

Tim Uhlott

Ja.

Toni

Standardprovision bei einer Arbeitsvermittlung im deutschen Markt sind 20% vom Jahresbruttogehalt. Das ist natürlich viel. Da bekommst du gleich mal 10, 15, 20.000 Euro Provision. Aber auch ein bisschen tricky. Ich habe letztens mit einem chinesischen Unternehmen, das war so ein Business Development Manager, haben wir gesucht. War auch gut dotiert, ich glaube 140.000 im Jahr und Auto dazu und Provision. Der musste aber chinesisch können, aber deutsche Kultur haben, alles drum und dran. Und hast denen halt 20, 30 Leute gesucht und auch gefunden und auch geschickt. Zwei sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden, die konnten auch perfekt Mandarin und alles. sind es dann nicht geworden, weil irgendeine Kleinigkeit nicht gepasst hat. Chinesische Unternehmen sind da ein bisschen, ja, wie soll ich sagen, anders.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Das sagt mir persönlich gleich, eine Frau muss uns gar nicht schicken. Wenn der über 45 ist, musst du ihn uns auch nicht schicken. Und am besten ist ein Chinese, soll es auch keiner sein, aber ein Deutscher, der Chinesisch kann. So, jetzt suchst du einen deutschen Mandarin-sprechenden Weißen unter 45-Jährigen. Das ist so ein kleines Fenster. An und für sich ja komplett öffentlich würden die das nie schreiben oder sagen, ja.

Tim Uhlott

Mhm.

Toni

Aber durch die Blume gibt er dir das so mit. Und dann findest du wen und dann passt es wieder wegen der Kleinigkeit, nicht, ja. Also da ist oftmals sehr viel Arbeit dabei, dass du dir denkst, soll ich das überhaupt denn noch machen oder soll ich nur Bewerbungen schreiben? Weil das geht einfacher. Wobei natürlich es auch Kunden beim Bewerbungen schreiben gibt, die einen, ja, auch, sag ich mal, den letzten Nährfrauben beziehungsweise wenn man so einen Service wie ich anbietet, ich werde am Sonntag angeschrieben und machst du mir das heute noch fertig und solche Sachen. Ich bin sehr kundenorientiert, sehr serviceorientiert. Ich setze mich auch am Sonntag hin und mache das dann. Aber es wird halt oftmals auch versucht, das Ganze auszunützen, sage ich mal.

Moritz Hofmann

Toni, jetzt hast du ja erzählt von Einfacharbeit, von dieser Vermittlungsgeschichte.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Moritz Hofmann

Das heißt also ein zweites Projekt von dir, was irgendwie so ein bisschen auch dein erstes, dein Hauptgeschäft so ein bisschen ergänzen soll. Du sagtest, das ist jetzt noch in Kinderschuhen, das heißt wahrscheinlich unter 5% vom Umsatz. Aber erzähl doch mal, welche anderen Projekte hast du schon ausprobiert oder du hattest ja auch dieses Software-as-a-Service mal probiert, richtig? Ja.

Toni

Genau, genau, genau. An der Füße muss man schon zu mir sagen, ich probiere viel aus. Ich nehme auch gern Geld in die Hand, dass ich das Ganze ausprobiere.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Und da war halt dieser AI-Hype, ist ja auch immer. Und ich glaube, ich war am Klo und habe durch Reddit gescrollt. Und habe so einen Typen gesehen, ich habe halt hier ein Mikro-SaaS gemacht, das hat schon 70 User, macht, ist so ein Chat-GPD-Rapper und hilft einem dabei, Bewerbungen zu schreiben. Den schreiben wir mal an, weil er sucht wen, der ihm hilft beim Marketing oder ob er das überhaupt übernehmen soll. Dann halt ein bisschen so mit ihm herumgeschrieben, komm, ich kaufe dir das ab, der hat eh keinen Bock, der wird Vater und der wollte halt auch, also nicht viel, ich glaube, wir haben uns auf 3.800 Euro geeinigt, Da war diesen Chat GPT Rapper total überteuert um 3.800 Euro gekauft. Und diese User, die waren dann, ich glaube, die waren nach einem Monat alle weg. Also das waren keine richtigen Paid User. Du könntest jetzt wahrscheinlich innerhalb von 15 Minuten selber Wipe-Code, ja.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Nichtsdestotrotz habe ich das dann probiert. Man muss dazu sagen, ich habe halt überhaupt keine Softwarekenntnisse. Ich habe einen Entwickler geholt und gesagt, ja komm, mach das mal so, mach das mal so, mach das mal so. Und die Seite hat gestanden, die hat auch gut funktioniert, aber schlussendlich war es nur ein Rapper für Bewerbungsschreiben mit einem PDF-Export und du hast halt dann... wirklich vom Handy aus, weil viele meiner Kunden haben gar keinen PC mehr. Du hast vom Handy aus sozusagen den Lebenslauf hochladen können, die Stellenbeschreibung rein und hast dann so ein bisschen ein nice formatiertes PDF rausbekommen mit einem fix und fertigen Bewerbungsschreiben, damit du dann dich gleich vom Handy aus weiter bewerben kannst. 2,99 im Monat. Also, ich glaube eine Lifetime-Lizenz um 45 Euro. Der Entwickler hat dann auch nochmal 1.500 Euro gekostet. Da habe ich dann so 5.000, 6.000 Euro reingeschickt und viel Zeit. Und habe das mal ein bisschen mit Ads bespielt. Ich glaube, von 500 Euro Ad-Kosten kam ein Pay-User rein. Ich glaube, der hat so nach 2, 3 Monaten abgebrochen. Oder halt nicht mehr bezahlt. Und einmal, ich habe es dann auch gemacht bei meinen Kunden, dass ich denen bei jeder Lieferung sozusagen dazuschreibe, du schau mal, kannst du sieben Tage kostenlos testen, hab da was gemacht, so ein kleiner Upsell, wäre für sich ja schön, wenn du aus einem Kunden dann sozusagen den monatlich zahlenden Kunden machst. Wurde aber gar nicht so gut angenommen, weil die Kunden kommen zu mir, weil sie eben diesen persönlichen Service mögen. Das nennen wir den Lastwagenfahrer Klaus, der sitzt da im Lastwagen, schnappt sich sein Handy,

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

sagt man bei WhatsApp, du Toni, ich bin ein Bayer, ich möchte in der Schweiz arbeiten, mach mal einen Lebenslauf. Ja, wo hast du gearbeitet? Dann sitzt der und spricht mir seinen Lebenslauf bei WhatsApp rein. Oder schreibt ihn auf eine Serviette, habe ich schon gehabt, oder auf ein Post-it und schickt mir ein Foto davon, das ist mein Lebenslauf. er schickt mir ein Foto, kommt ein Selfie. Passt, mache ich, kein Problem. Der kriegt einen fix fertigen professionellen Lebenslauf von mir, mit einem Foto, das mit Photoshop bearbeitet wird und der sieht clean aus. Und den schicke ich denen und der sagt, das sind fünf anderen Lastwagenfahrerkollegen. So, der Toni, der ist super. Keine Registrierung, nichts. Schreibt ihm, der macht das alles für euch. Und diesen Service,

Tim Uhlott

Verrückt.

Toni

den interessiert so eine Plattform nicht.

Tim Uhlott

Verrückt.

Toni

Und da hatte ich eben auf dieser Plattform dann wirklich vielleicht so zwei, drei Paid Users, die monatlichen Kosten waren eh höher, dass ich dann so nach einem Jahr gesagt habe, ja schön, gut, jetzt da 6, 7.000 Euro reingesteckt. Ne, natürlich der KI-Hype ist immer weitergegangen. Das bringt sich ja nichts. Und die Plattform dann wieder aufgelöst. Ja,

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

Na gut, ich glaube die Domain hat alleine 200, die habe ich noch, bewerbungshilfe.ai, was, ja, aber man versuch wer, ja, da kommen wir halt gleich zu dieser Thematik, viele Leute fragen mich immer, hast du denn keine Angst, dass AI nicht dir den Job wegnimmt, ja,

Tim Uhlott

Ach, die sind teuer, die AI-Domains. Verrückt, ey. Ja.

Toni

Ich glaube nicht. Ganz ehrlich, die haben keine PCs mehr, die Leute, die haben keinen Bock drauf, die möchten den Service, die kommen ja zu mir, und wir reden jetzt nicht nur von einfachen Jobs, da kommen Leute zu mir, die möchten sich gar keine Gedanken darüber machen. Du kannst der AI sagen, mach mir einen tollen Text, mach mir ein Bewerbungsschreiben, und die macht das. Aber das alles designen, formatieren, kriegt sie irgendwann auch noch hin. Aber sich die Gedanken darüber machen, dass alle schön zusammenstellen, auf die Stelle anpassen, das wird so ein Thema, ob das jemals funktioniert. Aber natürlich mache ich mir da schon Gedanken. Deswegen auch dieser Weg vom einfachen Bewerbungsschreiber eher hin zu einem Personalbüro, als würde er irgendwie alle Sachen abdecken rund ums Thema Personal.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

halt auch schon viel Erfahrung in dem Bereich.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Tim Uhlott

es ist ja kurz schon angesprochen also ist die pipeline so die leute schreiben nicht zum beispiel bei whatsapp an

Toni

Aber aktuell ist es schon so, dass das Kernprodukt noch immer das Verfassen von Bewerbungsunterlagen ist, ist ein bisschen Coaching auch dabei, natürlich gebe ich Tipps und Links, aber es soll natürlich alles noch ausgeweitet werden. Ja.

Tim Uhlott

sagst dann, okay, ich schicke mal ein Bild von dir, dann beschreib mal ein bisschen, was du machst, wo du herkommst, was du gern machen möchtest und dann schreibst du dir wirklich daraus einfach komplett, fertig, den Lebenslauf passend zu der Stelle X, wo sie sich gerne bewerben wollen.

Toni

Genau. Ja. Genau. Und ich frage dich auch, wieso willst du eigentlich dahin? Hat das bestimmte Beweggründe? Heute zum Beispiel schreibt mir einer, ey Toni, schau mal, ich habe hier beim Einzelhandel gearbeitet, hier hast du meinen Lebenslauf, dann schicken wir links zu Stellenbeschreibungen mit. Dann siehst du gleich, die erste Stelle war Verwaltung, die zweite war Administration und ich schreibe zurück, du hast keinen Bock mehr auf Kundenkontakt, oder?

Kai Ole Hartwig

Hm.

Toni

Ja, ganz klar, ich habe keinen Bock mehr, ich kann nicht mehr, du hast... Ich schreibe halt auch so, wie ich rede.

Tim Uhlott

Ja, verstehen. Hm. Ach, sehr geil.

Toni

Ich sage nicht, guten Tag, Frau Mustermann, sondern, hey, hallo Janine, okay... kein Bock mehr auf Kundenkontakt, oder? Und die Leute mögen das, ja, also dieses Toni da ist halt auch schon voll das Branding geworden, ja, und das funktioniert gut und die mögen das auch, ja. Die hat auch, bevor wir jetzt, der hat gerade bestellt, ja, bevor fünf Minuten vor unserem Call hat gesagt, ja, komm, mach mal, weil ich hole die Leute halt ab, ja,

Kai Ole Hartwig

Ja.

Toni

auf die auf deren ebene und das was ich glaube ich gut kann ist mit menschen sprechen und menschen auch verstehen weil ich schreibe täglich mehrere hundert nachrichten in verschiedenen leuten und ich passe mich sofort an also wenn da jetzt ein schweizer anruft red ich anders als ein deutscher anruft wenn da jetzt der last fragen fahrer klaus anruft

Tim Uhlott

Hm. Hm. Hm.

Toni

spreche ich mit dem ganz anders, als wenn ein Executive anruft. Ich habe hier Kunden, die haben Jahresgehalt von mehreren hunderttausend. Das sind meistens übrigens auch die gemütlichsten Kunden. Das funktioniert immer total gut mit denen. Und die haben halt auch ein anderes Wording oder mit denen spreche ich auch anders.

Tim Uhlott

Hm. Hm. Hm.

Toni

Und dann, ich glaube, was mir auch zugutekommt, ich bin ja selbst, ich komme aus Bosnien, aus Grazien und was mir hilft, ich habe viele ausländische Kunden. Ich hatte letztens ein kroatisches Pärchen, schreibt mich an, hey Toni, hilf uns, wir sind in der Schweiz. Mein Mann findet keine Arbeit. Das kenne ich von meinen ganzen Verwandten und alle klassische Diaspora. Die sind jetzt auch alle in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilt. Und der kann kein Deutsch, der findet keine Arbeit. Und natürlich kann ich mich dann extremst gut in die hineinversetzen.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Moritz Hofmann

Ich habe noch eine kurze Frage und dann würde ich gerne noch ein bisschen zu deinem Hintergrund kommen. Also wie bist du zur Selbstständigkeit gekommen und was würdest du anderen Leuten empfehlen?

Toni

Ja, gerne.

Moritz Hofmann

Aber die kurze Frage noch zu dem Thema jetzt. Du hast ja auch gesagt, du hast manchmal Zahlungsausfälle. Das heißt, du machst keine Vorkasse mit den Kunden. Du rechnest das erst später ab oder wie genau machst du das?

Toni

Die ersten zwei, drei Jahre habe ich damit geworben Zahlung auf Rechnung. Ja, weil irgendwie kommt das, machst du eine Website, du hast null Bewertungen, mach was anders als die anderen. Zahlung auf Rechnung. Ja, ein Großteil der Kunden hat auch bezahlt, aber die Betonung liegt halt auf dem Großteil. Also da waren Zahlungsauffälle dabei. Ja, und das will ich, und das will ich, und das will ich. Und dann wirst du geghostet und geghostet. Und da kommt nichts mehr. Schickst du mal eine Mahnung nach, dann meldet sich die Mutter von dem Typen. Ja, mein Sohn hat so viel Geldprobleme, es tut so leid. Und ich zahle das jetzt. Und dann zahlt die Mutter auch nicht. Dann den Kassel beauftragt. Das war so ein Kassel, das hat damit geworben, dass sie halt nur im Erfolgsfall so eine 10, 20 Prozent von der Auftragssumme einholen. Jetzt hast du einen Schweizer, der schuldet dir 200 Franken und der ghostet dir einfach. Willst du jetzt als Österreicher wegen 200 Franken in die Schweiz vor Gericht ziehen, das bringt sich an nichts. Das war für mich eine mega große Hürde, dass ich da mal gesagt habe, okay, gut, dann Vorkasse.

Kai Ole Hartwig

Mhm.

Toni

Und zwar 100 Prozent.

Moritz Hofmann

Mhm.

Toni

Und ich dachte mir, ich störe gerade mein ganzes Unternehmen. Das wird nicht funktionieren. War überhaupt kein Problem. Das war jedem total egal. Ja, okay, gut.

Tim Uhlott

Mhm. Mhm.

Toni

Und wie weiß ich, ob ich die Unterlagen dann bekomme? Ich kenne dich ja nicht. Zahl per Paypal ist ja ein Käuferschutz dabei. Zahl per Kreditkarte ist auch ein Käuferschutz dabei. Google mich, ich kann dich nicht googeln, du kannst mich googeln, ich habe einen Haufen Bewertungen.

Moritz Hofmann

Und

Toni

Und das kommt vielleicht ein, zwei Mal im Jahr vor, dass dann Leute sagen, nee, mache ich nicht, will ich nicht. Dann sage ich, dann willst du telefonieren, soll man ein Video machen, damit du siehst, dass ich ein echter Mensch bin. Und dann lasse ich es einfach und das kommt gar nicht mehr, also ein, zwei Mal im Jahr, ja. Das sind dann die Leute, mit denen willst du dann wahrscheinlich eh nicht arbeiten, wenn da kein Vertrauen da ist. Weil wo liegt das Problem, wenn du mit Paypal Käuferschutz zahlen kannst und ich die Gebühren übernehme?

Tim Uhlott

Hm.

Toni

Ja gut, ab und zu gibt es halt, jetzt mal vorgekommen, so einen Boomer. Ja, wo weiß ich, dass sie mich dann nicht betrügen? Und dann telefonieren wir mal. Und dann sage ich denen, ich bin der Toni und alles gut. Und ich bin der Fred, ja. Und dann passt das normalerweise. Ich habe da vielleicht ein, zwei Ausnahmen gemacht. Und ich glaube, die ein, zwei Ausnahmen sind dann auch wirklich beim Inkasso gelandet, weil die Leute dann nicht bezahlt haben. Und dann gesagt, nee, komm, ich habe sofort 100% Vorkasse und das passt.

Tim Uhlott

wo du es dann gerade kurz angesprochen hast, was ist so ungefähr dein Pricing? Was nimmst du denn für so eine Bewerbung?

Toni

Ich habe früher immer so... maßgeschneiderte Angebote erstellt.

Tim Uhlott

Hm.

Toni

Jeder Kunde bekommt so ein maßgeschneidertes Paket. Das war ganz okay, nur war das Pricing auf der Website. Bewerbungsscheiben beginnt ab 34 Euro und Lebenslauf beginnt ab 94 Euro. jetzt kommt ein Oberarzt, hat einen fünfseitigen CV, knallt der den hin und du sagst, ja komm, 350 Euro.

Tim Uhlott

Hm.

Toni

Wieso, auf der Website steht ja 34. Ja, steht ein Up dabei. Und dann habe ich ihm das wieder erklären müssen, dass das nicht der Preis ist. Das hat ein bisschen auf Unmut gestoßen Und jetzt habe ich es wirklich so gemacht, dass ich an und für sich vier Pakete eigentlich habe.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

Also einmal dieses Basisset für Berufseinsteiger, das ist wirklich jetzt seit kurzem so, das kostet 169 Euro, wobei ich da wahrscheinlich das bald mal auf 189 Euro erhöhe, beziehungsweise in der Schweiz dann eben Franken.

Tim Uhlott

Mhm.

Toni

Dann so ein Karriere-Paket, das ist wirklich dieses Standard-Paket, was da jeder nimmt, da ist auch ein Kurzprofil, so ein One-Pager dabei. Das kostet 269 Euro. Und dann habe ich eben dieses Executive-Paket noch, 400 Euro oder 399. Und dann haben wir noch hier so eine LinkedIn-Optimierung um 250 Euro. so ein Standardprojektleiter kommt, der nimmt dann dieses Karrierepaket und eventuell noch LinkedIn dazu, also ist er entweder bei 250 oder bei 500 Euro.

Tim Uhlott

ok na cool das war so transparent ist ja auch

Toni

Ja, auch auf der Webseite.

Moritz Hofmann

Mega interessant. Mega interessant. Ich würde jetzt gerne noch ein bisschen hören, wie bist du überhaupt zur Selbstständigkeit gekommen? War das schon immer ein Traum von dir? Oder warst du auch schon vorher mit etwas anderem selbstständig? Oder...

Toni

Ja, lustig, dass du fragst. Letztens ist mein Bruder zu mir gekommen und hat gemeint, er hat unseren alten Lehrer getroffen und der Lehrer hat ihn jetzt nach 20 Jahren nach mir gefragt. Ich habe viele Schüler gehabt, aber dein Bruder ist mir in Erinnerung geblieben. Und was macht denn der jetzt? Der ist selbstständig. Lustig, in der Schule habe ich ihn gefragt, was er machen will. Und der hat immer gesagt, er will selbstständig werden. und ich habe mich dann, also ich habe so klassisch, ich war auf einer Handelsakademie abgeschlossen und war dann eben in der Baukaufmann bei einer großen Baufirma auf der Baustelle und dann Betriebsleiter und alles und da habe ich gesagt, komm, ich habe wirklich Monate gehabt mit über 250 Stunden und habe gesagt, ich mache mich lieber selbstständig. habe ich mehr davon habe ich habe gerade ausgebaut und was sie sich egal ich mag selbstständig und mein erster ich habe wirklich keine gmbh gegründet und habe steine also mauersteine zur gartengestaltung aus bosnien nach Österreich importiert. Die Marmok GmbH war das. Das ging, haben sogar so einen großen Abnehmer dann mal gefunden und der hat dann mal so sechs, sieben LKW-Ladungen gekauft von uns. Die haben eben dann wirklich, pro LKW waren das glaube ich 20, 25 Tonnen, haben wir ans Lagerhaus nach Österreich von Bosnia diese Steine ins Lagerhaus gebracht und da haben wir halt immer pro Sattel was verdient und das hätte an und für sich gut angefangen, nur kam uns dann Corona dazwischen.

Kai Ole Hartwig

Vielen Dank.

Toni

Dann sind die Logistikpreise irgendwo dahin gegangen, keiner hat mehr bestellt, gar nichts ist mehr gegangen und wir haben das dann eben aufgelöst und weil ich aber Rechnungen bezahlen musste, habe ich nebenbei diesen Gig auf Fiverr gemacht.

Moritz Hofmann

Ah, so ist es dazu gekommen.

Toni

Ich schreibe deinen Lebenslauf.

Moritz Hofmann

Ja, mega nice.

Toni

Dann habe ich nur diesen Gig gemacht

Moritz Hofmann

Das heißt, du hast schon viel Erfahrung. Du hast schon viel Erfahrung. Einmal angefangen mit einem ganz anderen Business mit GmbH, dann Fiverr, jetzt deine eigene Webseite, Google Ads und so weiter.

Toni

Ja, genau. Ja, und dann habe ich... Ja, siehst du schon.

Moritz Hofmann

Als Abschlussfrage, weil wir nicht so viel Zeit haben, wollte ich, was natürlich noch sehr, sehr wichtig ist, es hören ja auch Leute, die sich selbstständig machen wollen, die Gründer werden wollen. Was würdest du anderen jungen oder etwas älteren Menschen, die sich selbstständig machen wollen, raten?

Toni

Mein größter Fehler war am Anfang, dass ich mit der ersten Firma sofort ins kalte Wasser gesprungen bin. Ich habe einen Cut gemacht, habe gekündigt und habe mich selbstständig gemacht, weil ich ein paar bescheuerte Motivationsbücher über selbstständig machen gelesen habe. Würde ich nicht empfehlen. Gar nicht. Ich finde diese softe Lösung, nebenbei arbeiten, dann selbstständig machen, dann auf Teilzeit zwischen...

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Toni

weiter selbstständig werden und dann diesen Cut irgendwann machen und kündigen und voll in die Selbstständigkeit reingehen, wenn schon Cashflow da ist. Viel besser und wichtiger und auch für die Mental Health. Bei mich hat es da wirklich meinen Kopf, wo ich einfach gesehen habe, okay, selbstständig sein ist nicht so einfach, das funktioniert nicht, alles so einfach, wie man sich denkt und da ist es für sich gut, wenn man dieses Auffangnetz unter sich hat und sagt, okay, ich bin noch weiterhin in einem Angestelltenverhältnis und baue meine Selbstständigkeit nebenbei langsam und strukturiert auf, ohne Stress, ohne Druck, viel besser, als wenn ich ins kalte Wasser springe.

Moritz Hofmann

Cool. Mega cool. Ich bedanke mich total nochmal bei dir, Toni, dass du heute hier warst.

Toni

Ja, danke. Ich sage danke. Hat wirklich Spaß gemacht. Danke. Ciao.

Tim Uhlott

Auf jeden Fall. Cool, dass du da warst.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Tim Uhlott

Auf jeden Fall. Bis nächste Woche.

Kai Ole Hartwig

Auch cooles Thema. Spannend, wie du es gebaut hast. Definitiv.

Moritz Hofmann

Ja, ich danke auch euch allen, dass ihr reingehört habt und wir sehen uns nächste Woche wieder.

Kai Ole Hartwig

Und Ciao, ciao.

Moritz Hofmann

Ciao.