S1 E1541:04

No Bullshit Founders: Solo-Founder, KI und die 80/20-Regel: Wird Gründen jetzt radikal kleiner?

Hosts

YC nimmt plötzlich deutlich mehr Solo-Founder auf – ist das der Beweis, dass KI das Gründen verändert? In dieser Folge sprechen Ole, Tim und Moritz über Solo-Gründer, LinkedIn-Frust, KI-Content, Speech-to-Text, Vibe-Coding, Mittelmanagement und die Frage: Kann eine Person mit KI heute wirklich ein ganzes Team ersetzen?

Transkript anzeigenTranskript verbergen
Moritz Hofmann

Hi, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Nur Bullshit Founders. Wieder mit Ole, Tim und mir. Ich bin Moritz. Heute wollen wir über den neuen Solo-Founder-Trend reden. Ole, du hast da was rausgesucht.

Kai Ole Hartwig

Was heißt rausgesucht? Das wird mir ja so zugespielt durch schöne Algorithmen. Aber ich weiß nicht, ob ihr es gesehen hattet. YC hat tatsächlich jetzt für Winter 26, 22 Solo-Founder nominiert, aufgenommen. Ich weiß gar nicht, wie man es sagen soll. Aber bisher war ja irgendwie die Empfehlung bei YC immer, man sollte als Team da auftreten. Deswegen wird es gerade so ein bisschen als der große Umbruch gehypt. Was sagt ihr denn dazu? Oh, das ist eine gute Frage.

Tim Uhlott

Wie groß ist denn der gesamte Batch dann? 22 Leute?

Kai Ole Hartwig

So, professionell vorbereitet bin ich nicht. Ich glaube, irgendwas um die 60 habe ich im Kopf. Aber ich möchte mich jetzt nicht drauf festnageln lassen.

Tim Uhlott

Ich hatte irgendwie mal geguckt, dass auch mit den 22 Faunern, was du gefunden hast, das soll ungefähr... 11% des gesamten Badges sein. Also das heißt, es wären ja ungefähr 200 Leute. Das ist aber ordentlich, die da mal aufgenommen werden.

Kai Ole Hartwig

Ja, das habe ich mir nicht gemerkt. Ich war nur geflasht von, dass es 22 Solo-Founder überhaupt sind, weil

Tim Uhlott

Hm.

Moritz Hofmann

Also das mit den Leuten, die aufgenommen werden, das kenne ich noch, ich kenne noch YC vor vielen Jahren, da war das immer sehr, sehr klein, also wurde nur irgendwie so eine Handvoll aufgenommen und jetzt haben die das halt so in den letzten Jahren so vergrößert, dass ganz, ganz viele Teams aufgenommen werden, dass die so ein bisschen auf Masse gehen. Genau.

Tim Uhlott

Ah, okay, spannend.

Kai Ole Hartwig

Ja, und das ja auch viel häufiger. Ich glaube, YC war doch früher einmal im Jahr, dass sie investiert haben oder zweimal irgendwie sowas.

Moritz Hofmann

Ja, ja, ich denke, das wäre, oder ich habe immer gedacht, das wäre eine gute Erfahrung, aber ich hatte nicht so wirklich...

Kai Ole Hartwig

Und jetzt ist es ja gefühlt, ja,

Tim Uhlott

Das sind so Quartale irgendwie, ne? Winter, Spring und so weiter und so fort. Hattest du Moritz nicht auch mal überlegt, eigentlich nach Richtung Silicon Valley, um dich auch mal zu bewerben? Hast du mir immer mal erzählt? Hattest du auch schon mal überlegt?

Moritz Hofmann

das richtige Projekt dafür oder so. YC will ja auch schon sehen, dass du Traction hast so ein bisschen und so, also du kannst nicht mit irgendwie so einer Idee dahin kommen eigentlich.

Tim Uhlott

Okay, krass. Na gut, das sind ja schon mal einige. Es ist...

Moritz Hofmann

Wenn du dir das anschaust, ich hatte mir das angeschaut zum Beispiel von Dropbox, die ja auch da drüber gestartet sind und die hatten da schon irgendwie 1000 User oder so, als sie dann da reingekommen sind.

Kai Ole Hartwig

Ja gut, aber wenn du mal überlegst im Silicon Valley gehst du ins Café, verteilst eben deine Karte und dann hast du deine Tausend-User, ne? Also ein bisschen anders als hier. Hier warst du erstmal die 10 Abmahnungen im Briefkasten, weil du ungefragt mit jemandem gesprochen hast und ein Zettel Papier in die Hand gedrückt.

Moritz Hofmann

Vielen Dank.

Tim Uhlott

Europa ist immer ein bisschen schwieriger.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Tim Uhlott

Cold-Called oder Cold-E-Mails oder sowas ist schon immer nicht so einfach.

Kai Ole Hartwig

Ja, jetzt ist ja sogar cold, LinkedIn ist ja auch, gab es jetzt ein Urteil hier aus Düsseldorf, dass auch nicht, also eine Kontaktaufnahme auf LinkedIn kann jetzt nicht als Einwilligung für eine werbliche Nachricht bei LinkedIn gewertet werden.

Tim Uhlott

Ah, wirklich?

Kai Ole Hartwig

So ein Schwachsinn. Also ich meine, das ist ein Business-Netzwerk, das

Tim Uhlott

Hm.

Kai Ole Hartwig

Jetzt darfst du ja nur noch kalt anrufen bei irgendjemand, es geht aber keiner mehr ans Telefon. Also, E-Mail ist ganz gefährlich und ganz böse, dass dir jemand eine E-Mail schickt. Also vielleicht ist Silicon Valley mit YC wirklich mittlerweile der bessere Platz für Gründung, als sich diesen ganzen Schlamassel hier in Deutschland anzutun, ne?

Moritz Hofmann

Also LinkedIn kann jetzt auch wirklich so gewertet werden wie eine E-Mail sozusagen, oder was?

Kai Ole Hartwig

Ja, habe ich gestern bei LinkedIn tatsächlich zu gelesen, das ist ein Urteil hier aus Düsseldorf.

Tim Uhlott

Ach, krass. Okay, verrückt.

Kai Ole Hartwig

Vom Landgericht sogar, wenn ich mich richtig erinnere. Es war schon

Tim Uhlott

Jetzt ist die Frage, was es denn für eine Art von Kontaktaufnahme war. War es dann hier, guck mal, ich bin von Firma X, das war ja mein Thema, kauf bitte von mir oder vernetze ich bitte mit mir oder ist es eher schon in die Richtung, hey, ich bin so und so, lass uns einfach mal vernetzen und wenn du dann vernetzt bist, kannst du vielleicht...

Kai Ole Hartwig

Naja, es war schon, also die waren schon vernetzt und dann hat er quasi, hey, schau mal, ich habe hier das geile Produkt, willst du nicht testen, ausprobieren, Core, keine Ahnung, irgendwas in der Richtung was.

Tim Uhlott

krass macht es noch schwieriger

Kai Ole Hartwig

Und wo ich sage, okay, ja, aber eine reine Vernetzung ist quasi nicht die Einwilligung dafür.

Moritz Hofmann

Die waren schon vernetzt. Das ist doch eigentlich, hätte ich jetzt gedacht, das würde so eingeordnet werden wie ein bestehender Kontakt. Dann kannst du alles machen. Okay.

Kai Ole Hartwig

Also was mache ich denn jetzt, wenn ich jemanden auf so einem Netzwerktreffen treffe treffe und den jetzt mit jemandem über die Firma quatsche, also über Unternehmen und Kaufen und hast du nicht gesehen, quatsche. Das ist ja im Prinzip das Gleiche. Also für mein Gefühl, ja, also da treffe ich ja auch jemanden. Nachher gebe ich dem auch noch eine Visitenkarte. Das ist ja auch schwierig jetzt.

Moritz Hofmann

Vielleicht wurde das so gewertet, weil bei LinkedIn ja ganz viele Leute einfach diese Kontaktanfrage annehmen, obwohl die sich noch gar nicht kennen, so richtig.

Kai Ole Hartwig

Ja gut, aber das weiß ich ja selber, dass wenn da jemand eine Kontaktanfrage schickt, den ich nicht kenne, entweder schickt er mir danach seine Werbemail oder meldet sich niemals, das hast du ja manchmal auch, da bekommst du Kontaktanfragen, nimmst sie an, dann meldet sich einfach keiner. Oder die Person meldet sich dann nicht. Ist okay, macht mein Netzwerk größer, interessiert mich nicht weiter, aber ist es auch okay, wenn man danach irgendwie einen guten Pitch durch die Gegend schiebt?

Moritz Hofmann

Also, ja.

Kai Ole Hartwig

Ja, finde ich, ist völlig valide.

Moritz Hofmann

Vielleicht werden dadurch dann jetzt bald weniger In-Vites geschickt bei LinkedIn.

Kai Ole Hartwig

Mein

Tim Uhlott

Ja, wahrscheinlich schon. Das ist wahrscheinlich ein Vorteil. Ich meine, ganz so zugespammt.

Kai Ole Hartwig

Naja gut, aber wenn du ja eben dich mit jemandem vernetzt, dann folgst du ja auch automatisch, dann verbreiten sich ja theoretisch deine Posts besser.

Tim Uhlott

Ja, Ja, ja.

Kai Ole Hartwig

Und dann könnte ja jemand Interesse zeigen und kann dich dann ja anrufen. Boah, klingt das absurd.

Tim Uhlott

Ob die Person das dann macht. Dann ruft es dann auf dem Festnetz an. Man hat zwar eine Festnetz-Summe, aber kein Festnetz-Telefon angeschlossen.

Kai Ole Hartwig

lassen.

Tim Uhlott

Stimmt, stimmt. Ich kann mir die ganzen KI-Anrufe nicht mehr LinkedIn-KI anschreiben, sondern KI-Anrufe. Dann sind alle einfach.

Kai Ole Hartwig

Genau, und dann telefoniert die KI mit deiner KI und dann... Genau.

Tim Uhlott

Ich weiß nicht, aber eine Stunde. Ja. Ja. Ja.

Kai Ole Hartwig

Burn, Token, burn.

Moritz Hofmann

Ja.

Kai Ole Hartwig

Ich finde den Solo-Fauna-Trend, um da jetzt mal ein bisschen wieder zurückzukommen nach unserem kurzen Ausflug in die Absurditäten hier, finde ich einfach spannend. Weil es passt ja gut auch zu dem allgemeinen Trend irgendwie. Wir werden ein paar große Companies haben, wir werden viele sehr kleine Companies haben und das Mittelmanagement wird auch ausgedünnt, weil einfach der Umbau zu ich sag jetzt mal, datengetriebenen oder datengestützten Unternehmen einfach stattfindet mit der KI.

Tim Uhlott

Mhm.

Moritz Hofmann

Also ich glaube, Solo-Gründer gab es auch vorher schon, aber halt wurden die oft von oder immer von Y-Combinator abgelehnt. Und das ist jetzt ja wahrscheinlich wegen dieser ganzen KI-Sache, dass die sich da so ein bisschen geöffnet haben, weil die jetzt sagen, einer kann alles machen, mehr oder weniger. Da würde ich gerne, das würde ich gerne mal thematisieren mit euch. Denkt ihr, dass wirklich einer alles machen kann, machen sollte?

Tim Uhlott

Also ich denke schon, dass es geht. Zum Beispiel meine Firma, ja, gar nicht per Software, betreibe ich ja auch alleine. Wir sind auch nur nachmittags oder am Wochenende halt in meiner Freizeit und ich weiß ja schon, keine Ahnung, neun, zehn Jahre lang oder so. Und vorher hat aber alles Ewigkeiten gedauert, ne, auch mit dem Programmieren oder neue Pages halt zu bauen für die Webseite oder Blogartikel schreiben oder generell irgendwie Marketing zu machen, jetzt mittlerweile mit KI. Mache ich das wirklich aus der einen Stunde, die ich dann irgendwie abends mal habe, mache ich dann gefühlt fünf oder sechs produktive Stunden, ne. Also ich finde, es hilft schon, das ist, glaube ich, auch möglich. Es kommt halt immer nur auf die Themen natürlich drauf an, ne.

Kai Ole Hartwig

Also ich habe halt das Gefühl, man schafft unglaublich viel jetzt mit KI. Also gerade was Marketing-basierte Sachen sind auch. Und halt so, ich sage mal, diese ganzen lästigen Assistenzaufgaben, die kann man ja wunderbar ohne Probleme darin abschieben.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Ich sage jetzt mal, Auch diese klassischen Antwort-E-Mails kannst du ja wunderbar vorschreiben lassen und sagst dann nur noch, ah ja, ich lese nochmal drüber und schick's dann raus oder korrigierst noch was. Das funktioniert ja auch hervorragend einfach, ne? Also ich sehe da auch große, große Chancen drin. Ich habe ja auch hinter mir im Amt rum, da oben, außerhalb der Kamera, wo da war das Buch liegen, Company of One.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Das thematisiert das ja im Prinzip auch. Das ist ja genau dieser Trend aus, wir haben sehr viele, sehr kleine Companies, die aber super agil sind. Also ich meine, wenn du alleine bist, bist du ja auch mega effizient. Du hast halt wenig Reibungsverluste, weil im Prinzip wenn du ein cooles Setup baust, dir selber, aus Agenten oder Assistenten mit KI, dann bist du halt unfassbar effizient, weil du natürlich an mehreren Aufgaben gleichzeitig arbeiten lassen kannst, ohne dass du die immer mit Menschen absprechen musst. Ich sehe da schon Chancen, auch wenn ich Gefahren darin sehe. Das ist nicht so, dass ich sage, lass dir immer alles alleine machen und das wird schon gut gehen.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Aber ich sehe einen absolut großen Effizienzgewinn. Also das ganze Marketing, was ich so mache, inklusive aller Podcasts im Übrigen, sind im Durchschnitt nicht mehr als fünf Stunden in der Woche, eher so was Richtung vier Stunden. Und wenn ich überlege, was ich früher allein da rein investiert habe, Blogposts zu schreiben, LinkedIn zu schreiben, da habe ich ist sicherlich eine Stunde oder mehr am Tag draufgegangen. Oder dann noch mit anderen Leuten abstimmen, die dann Sachen übernommen haben. Das war alles viel weniger effizient und hat viel mehr Zeit gefressen.

Moritz Hofmann

Aber sind diese Marketing Efforts heute noch so viel wert wie früher, wenn jetzt alle Leute genau das machen, so schnell so viel Content raushauen und so weiter? Merkt man das? Die Dilution sozusagen?

Kai Ole Hartwig

Naja, bei LinkedIn merkst du es, glaube ich, extrem, dass extrem viel Content produziert wird. ich sage jetzt mal, der Content, der nicht KI generiert ist, im Sinne von Podcasts, Shorts und so, ist cooler, performt auch besser. Aber zum Beispiel die Blogposts, die performen eigentlich genauso gut, wenn nicht sogar besser zum Teil, weil du natürlich viel mehr Informationsdichte bei technischen Themen unterbringen kannst, viel schneller auch die Recherche abgeschlossen hast, um dann deinen Blogpost zu erstellen, zu kuratieren, zu überarbeiten. Das funktioniert einfach viel besser bei LinkedIn. Also LinkedIn ist ja so ein bisschen tot, finde ich. Da läuft halt so viel durch. Da funktioniert zumindest bei uns so Plattformen wie Twitter, Blue Sky und so wieder deutlich besser als früher, weil die Leute irgendwie wieder auf diese Shortform-Content-Formate wechseln und sich das anschauen und nutzen. Und LinkedIn, da wird seltenst, also wenn bei LinkedIn zwei-, dreimal in der Woche ein Link geklickt wird auf einen Blogpost oder so, ist das viel. Das gleiche haben wir aber halt zum Beispiel bei Twitter bzw. X jeden Tag.

Moritz Hofmann

interessant

Kai Ole Hartwig

Und da hauen wir kein Bild, also der Content, den wir da graus hauen, ist jetzt nicht besonders cool aufbereitet. Das ist meistens nur ein nettes Bild mit einem Link, vielleicht noch ein bisschen Text und ansonsten ist es halt quasi die Weiterleitung auf den Blog.

Tim Uhlott

Wie gut funktioniert das bei euch? Also wie viele Leute gucken sich das an, zum Beispiel bei X oder wie viele Follower habt ihr? Weißt du das ungefähr?

Kai Ole Hartwig

Follower haben wir gar nicht so viele, müsste ich nachschauen, konkrete Zahlen.

Tim Uhlott

Hm?

Kai Ole Hartwig

Aber wir haben ja auch ein bisschen was umgestellt die letzten Wochen und letzten Tage auch sehr intensiv nochmal.

Tim Uhlott

Hm?

Kai Ole Hartwig

Und wir sehen halt einfach, dass da deutlich mehr drüber läuft als bei LinkedIn zum Beispiel. Ja, absolute Zahlen muss ich jetzt nachschauen, oder müsste ich jetzt nachschauen. Dafür sitze ich zu weit weg vom Bildschirm.

Tim Uhlott

Ja, ich mache das zum Beispiel auch so, also für die Blogposts, für die Recherche, nutze ich zum Beispiel auch von Google halt Gemini mit dem Deep Research, um halt die ganzen Quellen rauszufinden und tiefe Infos halt rauszufinden und darüber schreibe ich dann selber einen Blogpost und lasse dann auch

Kai Ole Hartwig

So.

Tim Uhlott

kurze Snips halt auch erstellen, die ich dann auch zum Beispiel überall teile. Also auch zum Beispiel auf Reddit, auf Facebook, auf LinkedIn oder auch auf den ganzen anderen kleineren Social Media Diensten, wie zum Beispiel Nachrichtportale wie Twitter, Threads, Blue Sky, Mastodon.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Tim Uhlott

Und da muss ich sagen, bei mir läuft halt Twitter beziehungsweise X, Blue Sky, Blue Sky, Mastodon laufen jetzt nicht unbedingt so gut. Also es gucken sich gefühlt so zehn Leute an, aber Threads läuft erstaunlich gut bei mir.

Kai Ole Hartwig

Ja gut, aber wenn halt zehn Leute sich das anschauen und zwei davon klicken, hast du immer noch 20 Prozent.

Tim Uhlott

Ja, aber... Ja, das stimmt.

Kai Ole Hartwig

Bei LinkedIn haben wir auf super vielen Posts, also alle Unternehmensposts kannst du halt vergessen, die haben in der Regel null Impressionen. Da spielen wir es eigentlich nur raus, weil es halt nichts kostet zusätzlich quasi. Und die persönlichen, da musst du ja auch extrem viel Glück haben, dass sie mittlerweile irgendwo performen. Also vielleicht schreibe ich auch einfach zu schlecht. Das möchte ich gar nicht sagen, dass es nicht an mir liegt oder so.

Tim Uhlott

Ja, bei mir ist ja die Reichweite auf LinkedIn auch extrem eingebrochen.

Kai Ole Hartwig

Aber, ja. Ja, ich freue mich mittlerweile schon darüber, wenn man einen Post 200 Impressoren bekommt, ne?

Tim Uhlott

Also ich weiß noch, früher hatte ich ein paar tausend Impressionen. Mittlerweile sind es so 50 bis 100, wenn es mal gut läuft. Also gar nicht mehr so viel wie vorher. Boah, krass.

Kai Ole Hartwig

Das ist total absurd. Früher hatte ich auch wirklich Posts, die einfach mal 15.000 hatten. Wo richtig Reichweite mitgekommen ist, das bekommst du einfach. Ich weiß nicht, woran es liegt. Das funktioniert einfach nicht mehr. Außer man ist maximal provokativ, dann komme ich auch noch so auf 3.000, 4.000, 5.000. Aber das bekomme ich halt auch nicht dauerhaft hin, jetzt so maximal provokativ rauszuhauen.

Tim Uhlott

Das möchte man vielleicht auch nicht immer.

Moritz Hofmann

Noch eine kleine Zwischenfrage. Du hast ja gerade auch die Blogposts angesprochen und du hast gesagt, dass die Blogposts eigentlich sogar durch AI, weil du sie schneller, besser, schnell schreiben kannst, dass das an sich gut ist und dass du das auch in den Zahlen merkst.

Kai Ole Hartwig

Vielen Dank.

Moritz Hofmann

Jetzt für jemanden, der so ein bisschen Laie ist, wie kann man denn einfach unterscheiden, welche Zugriffszahlen jetzt durch irgendwelche KIs kommen und welche Zugriffszahlen durch echte Menschen kommen?

Tim Uhlott

Zum Beispiel durch mein Tool. Wieso die? Das sagt er jetzt zum Beispiel.

Kai Ole Hartwig

das ich immer noch nicht eingebaut habe.

Tim Uhlott

Also alles schön kaufen. Genau.

Kai Ole Hartwig

Muss ich noch dringend machen. Ja, aber du bekommst zum Beispiel auch UTM-Parameter und Referra mit,

Moritz Hofmann

mit, oder?

Kai Ole Hartwig

Also, das Einfache ist, du siehst ja auch, wo... Was du wirklich gut erfassen kannst, ist, wenn jemand über Google kommt. JVGPT schickt dir auch immer einen UTM-Parameter mit. Perplexity, glaube ich, auch. Also eigentlich bekommst du das schon ganz gut mit. Ach, sorry, das werten wir tatsächlich über Logfiles aus. Das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Wir versuchen, dass unsere normale Analytics quasi nur Zugriffe durch Menschen mitbekommt.

Moritz Hofmann

Ah, okay. Das ist natürlich gut. Ja, weil wenn du denkst, oh, das läuft so gut, aber es sind einfach nur tausendmal die KI, die das aufgerufen hat, das ist ja auch scheiße.

Tim Uhlott

Hahahaha.

Kai Ole Hartwig

zugegriffen. Das ist eine Steigerung um das Fünffache, was wir vorher hatten. bevor wir optimiert haben. Es ist ordentlich, würde ich sagen. Und wir sehen es aber auch in den Besuchszahlen. Wir werden im Moment 80% häufiger ausgespielt in den Suchergebnissen bei Google und genauso ungefähr 80% häufiger geklickt. Und ehrlicherweise, die Texte schreiben mit KI, viele tun das ja so ab, man erkennt das so leicht und so Zeugs, okay, dann erkennt ihr es, aber wenn ich die selber schreibe, dann sind da so viele Rechtschreibfehler drin, dass sich auch jeder beschwert.

Moritz Hofmann

Hahaha.

Kai Ole Hartwig

Also nur mal so am Ergande, ich habe ja eine LAS, ähm, Das Lesen hat sich irgendwann gegeben. Fernunni, sei Dank, kann ich auch 300 Worte irgendwie lesen in einer Minute oder sowas. Alles geschenkt. Aber die Gekschreibung und ich mir, du bindest ja halt echt scheiße. Sondern da ich Blogposte, meine Tagesrandzeiten schreibe, ist es halt mega gut, wenn die KI das großzügig korrigiert.

Tim Uhlott

Hahaha.

Kai Ole Hartwig

Also manchmal wundert es mich auch, dass das Zeug mich überhaupt versteht. Deswegen wäre Spracheingabe, glaube ich, so das nächste große Ding für mich eigentlich. Weil manchmal schreibe ich halt wirklich so ein Kauderwelsch da rein, dass es mich wundert, auch bei den ganzen Programmieraufgaben, dass da wirklich sinnvolle Sachen bei rauskommen. Also das ist beeindruckend. Das unterschätzen alle immer, wie interpretationsstark eigentlich diese LMMs sind aus Sprache.

Tim Uhlott

Rechtschreibfehler, ne? Das ist schon krass. Hm.

Kai Ole Hartwig

Das zu ignorieren und da zu sagen, ich glaube, ich weiß, was gemeint ist.

Moritz Hofmann

Habt ihr eigentlich, wo du das mit dem Speech-to-Text ansprichst, habt ihr das irgendwie gemerkt, dass es kann sein, dass es irgendwie eine Art Hype gibt im Bereich Speech-to-Text aktuell? Ich habe nämlich von... verschiedenen Leuten gehört, dass sie jetzt alle alles mit Speech-to-Text machen oder jetzt auch bei einem ehemaligen Klassentreffen mit einem Informatiker, der Informatiker, der da war, mit dem darüber gesprochen hat, meinte, ja, ich mache auch alles mit Cloud-Code, aber über Speech-to-Text mit dem Programm und so weiter.

Tim Uhlott

Ja, ja, super, super, super viele.

Kai Ole Hartwig

Ja, das Problem, also was ich immer habe, ist, ich brauche diesen Moment Verzögerung beim Tippen, um nochmal nachzudenken.

Moritz Hofmann

Das kenne ich, ja.

Kai Ole Hartwig

Ja, einfach rauslabern kann ich total toll, aber ob das immer sinnvoll ist für die KI?

Moritz Hofmann

Aber habt ihr das irgendwie mitbekommen, dass viele Leute das jetzt anfangen so zu benutzen?

Kai Ole Hartwig

So, da ist es. Nein.

Tim Uhlott

Auch so die ganzen Tech-Podcasts, also denen ich immer folge, die reden auch immer darüber. Das ist egal, wo sie sind, wo sie am Auto fahren sind, immer Chat-JPT offen oder was auch immer, reden einfach die ganze Zeit damit, um ihre Business-Ideen oder Notizen oder was auch immer alles zu speichern, zu hinterlegen. Aber ich glaube, das funktioniert auch im Englischen auch deutlich besser als im Deutschen. Also ich weiß nicht, wer es von WhatsApp oder sowas vielleicht zum Beispiel kennt, das Transkripieren. Das funktioniert erstaunlich schlecht. Also wenn dir jemand eine Spracheingabe schickt oder ein Audio schickt oder sowas und dir das einfach einen Text umwandeln lässt, dann passt die Hälfte einfach nicht oder versteht die Hälfte einfach nicht. So Leerstriche einfach und du musst ja irgendwas zusammenbauen.

Kai Ole Hartwig

Das Ding ist halt, du musst deutliches Hochdeutsch sprechen und kein Ruhrpott und kein rheinisches Blatt. Dann klappt das eigentlich ganz gut. Wenn man sich Mühe gibt und nicht in den rheinischen Dialekt hier so verfällt oder so, oder Ruhrpott-Grammatik, dann funktioniert das, finde ich, erstaunlich gut.

Moritz Hofmann

Also am Computer bin ich irgendwie noch nicht da, irgendwie alles mit Sprache zu machen, weil ich irgendwie einfach, ich mag auch das Nachdenken nochmal, also das mit dem Aufschreiben, das gefällt mir ganz gut und ich habe manchmal auch das Gefühl, selbst wenn ich das machen könnte, dann, ich kann ja gar nicht, vielleicht gar nicht so schnell über die Sachen nachgedacht haben, wie ich sprechen kann, dann bin ich ja beim Sprechen genauso langsam wie beim Schreiben am Ende.

Kai Ole Hartwig

Ich lasse aber ja auch zum... du musst mal meine sechsjährige tochter kennenlernen die wird dir zeigen du kannst 24 7 durchgängig sprechen Ob das sinnvoll ist oder nicht, ist ein ganz anderes Ding. Aber die haut halt in einer Geschwindigkeit dauerhaft den ganzen Tag Sachen raus. Das ist auch so das, wo ich sage, wenn ich arbeite, genieße ich ja diese Ruhe, die ich dann habe, weil sie dann im Kindergarten ist. Und dann muss ich nicht selber noch die ganze Zeit sprechen.

Tim Uhlott

Ihr Chachipiti, kommen die ganze Zeit Fragen wahrscheinlich und du musst alles beantworten.

Kai Ole Hartwig

Ja, nachdem sie mit der KI... Irgendwie ist die KI bei uns im Moment auch ein bisschen abgemeldet bei den Kindern. weg. Hat die Faszination verloren.

Tim Uhlott

Das wäre jetzt interessant, würdest du es zu Statistiken geben? Ich weiß, man hat ja irgendwie die Befürchtung, dass die ganzen Kinder jetzt alle nur mit Chachipiti rumlaufen, aber vielleicht ist es für die hier auch ein kurzer Trend und dann gibt es andere Themen, die interessanter sind.

Kai Ole Hartwig

Also ich sag mal, morgens auf dem Schulweg bekomme ich mit, dass viele von den älteren Schülern, die hier auf die weiterführende Schule gehen, ihre Hausaufgaben mit Chagipity machen.

Tim Uhlott

Ach, stimmt, so ein Aufsatzschreiben früher. Ach,

Kai Ole Hartwig

Also wenn ich so am Penny vorbeigehe, dann höre ich, wer dann so morgens seine Hausaufgaben mit Chagipity gemacht hat und das erzählt. Auf sich keine Entfernung zur Schule. und bei einer Grundschule von meinem Sohn ist der Trend, glaube ich, nicht so krass angekommen, zumindest nicht in der Klasse von meinem Sohn. Die haben auch mal einen Vortrag zu KI-Systemen gemacht und die fanden das alle gar nicht so cool.

Tim Uhlott

Mit JGPT.

Kai Ole Hartwig

Ja, und KI, die finden das eher unheimlich.

Moritz Hofmann

H, interessant.

Tim Uhlott

Was mir dazu irgendwie einfällt, da wäre jetzt mal interessant herauszufinden, den Lehrer bei ist. Das heißt, zwei Schüler lassen ihre Hausaufgabe mit KI machen, zum Beispiel, weiß ich nicht, irgendeinen Aufsatz oder irgendwie sowas, geben den beide ab. und hat ja wahrscheinlich eine ähnliche Qualität und trotzdem beide eine ähnliche Note bekommen oder ob die Lehrer dann, ja, biased sind und je nachdem eine andere Note geben.

Kai Ole Hartwig

Naja, wir wissen ja mittlerweile, dass Schülerinnen und Schüler, die hinten sitzen, schlechtere Noten bekommen, als die, die vorne sitzen.

Tim Uhlott

Hm.

Kai Ole Hartwig

Grundsätzlich. Egal, welche Personen das sind. Also, es gibt da viele Parameter, die irgendwie offensichtlich reinspielen. Aber es wäre natürlich ein super spannendes Ding, wo man zu forschen könnte. Jetzt bin ich ja nicht in einer akademischen Position, wo ich forschen würde. Schade. Ich habe aber auch nicht vor, das zu ändern. Spannend fände ich es trotzdem im Paper dazu zu lesen. Und wie sehr das ganze Ding auch nachher beeinflusst, wie viele sich dann selbstständig machen und wie sich dieser Trend auch vielleicht verhält mit dem, was in Social Media gerade ausgespielt wird und gezeigt wird. Auch auf Social Media verändert sich ja die Darstellung von Unternehmertum.

Tim Uhlott

Mhm. Mhm.

Kai Ole Hartwig

Ich finde, es sind nämlich viel, viel mehr kleine Solo-Selbstständige aus vielen unterschiedlichen Bereichen halt mittlerweile bei Social Media unterwegs und posten jeden Tag ihren Content. Hätte ja auch mal ein bisschen angefangen, aber irgendwie für mich nicht so hundertprozentig wohl damit, aber vielleicht muss ich das häufiger machen. Ich glaube nämlich, mein Eindruck ist, dass es sind super viele Leute da, die auch über super viel Zeugs quatschen, das auch eigentlich echt interessant ist. Hier, äh, Business ohne Bullshit ja auch. Den finde ich super.

Tim Uhlott

Ich hätte mir seinen Namen geklaut fast. Nein.

Kai Ole Hartwig

Ja, Namen fast geklaut und in der Einleitung sagt er dann ja auch immer vom Bürgersteig zum Boardroom oder sowas. Namensähnlichkeit vorhanden. Das, was er erzählt und was er da jeden Tag raussucht, ist aber trotzdem mega interessant. Ja, und das sind dann ja irgendwie mal tatsächlich Trends aus dem Dachraum. Das ist ja noch spannender, wie die, wie auch in großen Unternehmen, halt Systeme ankommen oder halt auch nicht ankommen.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Ja. Ja. Ja.

Tim Uhlott

Du meinst, du sprichst jetzt dieses Mittelmanagement an, ne? Dass sich KI ersetzt wird. Darüber hatte der ja letztens gesprochen. Ja, das finde ich auch krass. Da hat er ja mal eine Studie rausgesucht, ausgehend von dem Video, was du da drum geschickt hast. Das ist schon ziemlich krass. Also da hat er IBM 2000 CEOs befragt und bei 76% der Firmen haben die sogar schon einen Chief AI Officer, ne? Also neue C-Position und 2025 waren es sogar nur 26%, also rasant geht das hoch und die CEOs erwarten, dass bis 2030 KI etwa 48% der operativen Entscheidungen übernimmt.

Kai Ole Hartwig

No.

Tim Uhlott

Das heißt, das ganze, viel das Mittelmanagement, was man drum herum organisieren lässt, schön Exit-Tabellen ausfüllt und mal vielleicht ein paar Slideshows vorbereitet, Die haben dann, glaube ich, ein Problem. Ja, na klar. Das hat ihre Bubble dann.

Kai Ole Hartwig

Ja, als ich das letztes Jahr bei LinkedIn geschrieben habe, bin ich furchtbar von Mittelmanagern zerrissen worden dafür. Ich hatte natürlich auch provokativ geschrieben, dass sie zuerst ersetzt werden, bevor die Entwickler ersetzt werden. Ich glaube, das ist auch tatsächlich so, weil wir halt diese Ebene nicht mehr brauchen in Unternehmen. Ja, wenn mit datengetriebenen Unternehmen, mit strukturierten oder unstrukturierten Daten auch hantieren und... dann brauchst du diese Organisationsebene zwischen oben und unten nicht mehr. Zwischen C-Level, Vorstand, YP und so weiter brauchst du dann halt nicht mehr, weil du halt diese ganze Schicht, diese ganze Datenverwaltungsklamotte brauchst du halt nicht mehr. Klar, du brauchst noch irgendwer, der sich um Leute kümmert.

Tim Uhlott

Ja, ja, ja, Personalmanagement einfach.

Kai Ole Hartwig

So.

Tim Uhlott

Ja, irgendwer muss schon noch organisieren. So ist es auch nicht.

Kai Ole Hartwig

Und ja, so grundsätzlich aber halt dieses Informationen durch die Gegend schieben, in der Excel-Liste, in die E-Mail reintippen, das kostet halt alles nicht mehr.

Tim Uhlott

Ja, ja. Ja, ja, ja. Zum Beispiel, ich sage mal,

Kai Ole Hartwig

Weil ja auch die ganzen Informationen viel zugänglicher werden dadurch. Was aber letztendlich ja bedeutet, ein komplett Umbau von Unternehmen zuverlässigen.

Tim Uhlott

Wenn dann irgendwie ein Tech-Lied hast oder vielleicht ein Product- oder Projektmanager oder sowas, der holt sich die ganzen Infos von seinen Informatikern oder vielleicht auch einfach von dem Code und von den Issues, von den Bugs, wie auch immer, einfach alles rein, schmeißt da sowas wie Notebook-LLM an und haut dir eine schöne Slideshow raus. Wie sieht es aus? Hier sind Verkaufszahlen, wie viele Probleme haben wir? Was für Tickets gibt es vielleicht? Und das kannst du ja direkt nach oben weiterspielen. Da brauchst du ja niemanden mehr dazwischen, der sowas vorher gemacht hat.

Kai Ole Hartwig

Ja, genau. Also du hast halt viel mehr Leute, die viel mehr tun können, selbstständig und halt gar nicht mehr dieses durch die Gegend schieben. Ich finde, das ist eine super Sache, wenn ich ehrlich bin.

Tim Uhlott

Mhm. Mhm. Mhm.

Kai Ole Hartwig

Aber wir alle kennen die Leute, die irgendwie aufgestiegen sind und das besser nicht gewesen wären, aber sie waren halt die Besten und jetzt sind sie die Rechtesten oder so, ähnlich. Weil du wirst ja Wir haben ja gerade in Deutschland das Problem, dass wir ja irgendwann technische Menschen auch in Personalverantwortung ziehen, weil wir ja irgendwie so sagen, ja, irgendwie nach dem Senior oder meinetwegen auch Principal ist ja irgendwie Schluss und dann ziehen wir die Leute in diese Personalverantwortungs-Schienen rein und da sind die halt einfach gar nicht gut drin. Ja.

Tim Uhlott

Ja, das stört mich in Deutschland auch so ein bisschen. Es gibt als Informatiker wenig Aufstiegschancen. Also es ist in den USA zum Beispiel anders. Du musst halt, um aufzusteigen, brauchst du immer Personalverantwortung und ich bin jetzt auch nicht so der größte Fan von, das ist auch nicht meine Stärke. Ich programmiere gerne, ich plane gerne Software, das vielleicht auch mit einem Team zusammen, aber jetzt einfach nur Personen managen, hätte ich jetzt nicht so viel Spaß dran.

Kai Ole Hartwig

Ich habe da schon Spaß dran, aber ich sage mal, jetzt ist ja meine Rolle auch ein bisschen anders.

Tim Uhlott

Hm. Hm.

Kai Ole Hartwig

Aber ich finde halt verkehrt, dass wir halt zum Beispiel Menschen, die aus der Entwicklung kommen oder halt so allgemein aus dieser Schiene auf einmal sagen, ah, jetzt seid ihr oder du bist so gut da drin und du bist ja besser und deswegen steigst du jetzt auf in die nächste Rolle und wirst aber auch gar nicht darauf vorbereitet. Das ist ja so ein Thema. Und ich finde, das ist halt in amerikanischen Unternehmen wieder deutlich besser organisiert, dass du quasi zwei Stränge hast. Einmal diesen technisch fachlichen und einmal den Personalführungsstrang.

Tim Uhlott

Ja, stimmt natürlich.

Kai Ole Hartwig

So. Halte ich für wesentlich besser, weil du dann halt wirklich Experten hast, die sich wohlfühlen in ihrem Job und den jeweiligen Job halt wirklich gut machen können. Ja.

Tim Uhlott

Ja, es hat doch jeder einfach seine Stärke in irgendeinem gewissen Bereich. Deswegen.

Kai Ole Hartwig

Ja.

Tim Uhlott

Ist dann auch wieder die Frage, ist dann vielleicht doch das Team am Ende besser als nur der eine Typ, wenn jeder seine eigenen Stärken hat? Außer die AI kann natürlich die ganzen Skills alle ersetzen. Aber...

Kai Ole Hartwig

Ja, das werden wir sehen. Ich glaube, es gibt Bereiche, wo man mit sehr kleinen Unternehmen sehr, sehr erfolgreich sein kann. Und das definitiv in Technologie. Und ich glaube, mit KI werden auch diese sehr kleinen Unternehmen nochmal ein Stückchen kleiner sein können, um sehr erfolgreich zu sein.

Tim Uhlott

ja ja auf jeden fall so ein bisschen wenn das gerade das thema mittelmanagement ist es für die ja so ein bisschen gefahr werden kann aber ich glaube für so freelancer

Kai Ole Hartwig

Oder halt mit mehr Leuten, die alle fachlich extrem gut sind, noch umsatzstärker werden können.

Tim Uhlott

ist es halt ein ähnliches Problem. Ich habe es auch zum Beispiel gelesen, dass immer mehr Firmen statt Freelancer anzustellen oder statt irgendwas extern outzusourcen, zum Beispiel Nutzen wie Fiverr oder Upwork oder irgendwie sowas, das dann auch komplett einfach durch KI ersetzen.

Moritz Hofmann

Womit genau?

Kai Ole Hartwig

Ja, okay.

Tim Uhlott

Das reicht zum Beispiel Programmierung. Da vielleicht mal zurück zu dir zu kommen, Moritz. Du hast ja auch überlegt, dir jetzt... du bist bisher kein Softwareentwickler an sich, trotzdem mehr einfach zu programmieren. Das hast du dir auch vorgenommen, ein bisschen mehr zu Vibe-Coden. Das machst du auch schon. damit? Mit dem Vibe-Coden.

Moritz Hofmann

Ach so. Ja, das ist ganz interessant. Also auf jeden Fall würde ich wie viele andere Leute sagen, dass es sehr gut ist für kleinere Sachen.

Tim Uhlott

Mhm.

Moritz Hofmann

Zum Beispiel, wenn ich jetzt irgendwas für mich automatisieren möchte. Für mich privat, für meinen Job, für meine Firma. Solange das hält sich so im Rahmen, dann ist das recht schnell getan und sehr hilfreich. Jetzt habe ich jetzt zum Beispiel gestern versucht, das... Fastpad-Projekt aufzusetzen bei mir und die ganzen Tokens alle zu rotaten und so, das hat den ganzen Tag gedauert, die Scheiße aufzusetzen. Unglaublich. Ich weiß gar nicht, wieso das überhaupt so viele zigtausende Zeilen von Cota dabei ist. Gefühlt die App gar nicht so groß. Aber ja. Genau. Und das war schon auch eine ganz andere Erfahrung. Und dann habe ich mir zum Beispiel angeschaut, ja, Analytics, wo ich irgendwie Mixpanel benutze, ist alleine 16.000 Zeilen Code oder so. Dann hat er gesagt, ja, das ist irgendwie alles viermal hier drin und muss alles am besten neu geschrieben werden. Sagt er, schätzt mal ein bis zwei Tage Arbeit dafür ein. Ich sage, was? Ja.

Tim Uhlott

Wenn du es manuell machst, wahrscheinlich.

Moritz Hofmann

Ja, ich weiß nicht genau. Das habe ich in dem Fall erstmal nicht angefasst, weil ich das nicht wollte, weil ich auch nicht die Zeit dafür habe, das zu machen. Also gemixte Erfahrungen auf jeden Fall. Und eine sehr interessante Erfahrung, was ich auch gemacht habe, ist, ich arbeite jetzt viel auch mit einem Designer zusammen und ich hatte dann die Idee, weil ich wollte dann einfach mal versuchen, Design von ihm mit Cloud Code umzusetzen.

Tim Uhlott

Hm.

Moritz Hofmann

ging nicht so einfach, das hat dann irgendwas komplett anderes rausgeschmissen, als was er da designt hat. Und dann hatte ich halt die Idee mit ihm da, dass er vielleicht die Sachen mit Cloud Code designt und dann mir das Design gibt und dann kann ich das direkt weiterverwenden, mehr oder weniger.

Kai Ole Hartwig

Also, nee.

Moritz Hofmann

Aber das hat jetzt auch nicht, das hat leider auch nicht so gut funktioniert. Also das sah dann halb KI generiert aus und war so Ich wollte von einem Design kleine Änderungen haben, von dem bestehenden Design. Und er hat aber mehr oder weniger ein komplett neues Ding generiert da draus.

Tim Uhlott

Mhm.

Kai Ole Hartwig

Ja, also Cloud-Code ist mit Design auch extrem schlecht.

Moritz Hofmann

So die Erfahrungen.

Kai Ole Hartwig

Also da musst du wirklich Cloud-Design für benutzen, wenn du Designs haben willst. Und die dann quasi da rausziehen und dann kannst du sie Cloud-Code geben und brauchst einfach ein anderes Modell dafür. Das funktioniert nicht mit dem, was...

Moritz Hofmann

Erklär mir mal, wie ich es am besten mache. Dann kann ich es noch nicht ausprobieren diese Woche.

Kai Ole Hartwig

Ja, also, wenn du Designs haben möchtest, die vernünftig aussehen und funktionieren, musst du sie halt quasi in Cloud Design dir anlegen lassen. Dann hast du diese Design-Sets. Und die wiederum kannst du dann, kannst du Cloud Design sagen, hey, bereite mir das mal vor für Cloud Code, schreib mir das mal als Spezifikation runter und dann kannst du das Cloud Code rübergeben, damit Cloud Code das umsetzt.

Moritz Hofmann

Und das funktioniert dann?

Kai Ole Hartwig

Ob das gut funktioniert?

Moritz Hofmann

Schade, dass das so schlecht funktioniert.

Kai Ole Hartwig

Ja, was, ja, so. 90 Prozent, aber genauso gut, als würdest du es dem Entwickler geben, ne? Also jetzt mal ehrlich, das Umsetzen von Design in Code ist immer mit tausend Korrekturschleifen gefühlt verbunden gewesen. Auch früher schon, wenn Entwickler das gemacht haben. Das ist nie so, dass man sagen konnte, ah ja, komm, jetzt hast du es da reingeschmissen und dann fängt beim Freund der Entwickler reingeschmissen und jetzt hast du keine Ahnung, Zeitraum X später hast du das fertig und das funktioniert alles. Und das ist so, wie es gedacht ist. Das fängt bei Abständen an, das fängt bei Schriftartgrößen an, die dann doch unterschiedlich sind, weil dann Sachen nicht berücksichtigt worden sind. Das ist

Moritz Hofmann

Aber wenn 80, 85 Prozent stimmen, bin ich ja froh. Als ich selber versucht habe, einfach ein Figma-Design mit Cloud Code umzusetzen, das hat ja dann komplett, das hat ja gar nicht vorne und hinten nicht gepasst. Das hat ja irgendwie ungefähr die Struktur kopiert und wo irgendwelche Headings sind und der Rest, das Design, der war nicht da. Aber mehr oder weniger.

Kai Ole Hartwig

Ja, also, surprise.

Moritz Hofmann

Ja.

Kai Ole Hartwig

Ja, das ist, also, das darf man einfach nicht vergessen, ne? Also, es sind ja Large Language Models. Das ist kein visuelles, also, ne, Cloud Code oder so, das ist ja nicht irgendwie, dass die auch Bildkapazitäten tatsächlich hätten. Wenn du mit ChatGPT unterwegs bist, dann hast du, kannst du Glück haben, dass es einen Tacken besser funktioniert. Das ist aber auch nicht so, dass man jetzt sagt, so ey, das ist total cool, was da rausfällt. Also Cloud Code schmeißt ja zumindest manches HTML raus, wenn du sagst, hey, mach das mal ordentlich. Dann stimmt dein Design immer noch nicht, aber es ist zumindest maschinenlesbar geworden. Ähm. Ja, so. Es ist ganz gut, da gibt es noch Lücken, die sind aber auf dem Niveau aus meiner Erfahrung ähnlich zu dem, wie Entwickler unterwegs sind, menschliche Entwickler. So, da hast du auch bessere, da hast du auch schlechtere, das schwankt auch tagesformabhängig. Ähm, So, das ist ja dieses Ding. Ich sag mal, mit der KI im ganzen Programmierungsumfeld kannst du schnell diese magischen 80% machen und die letzten 20% kosten dann halt echt nochmal Nerven. Oder Zeit oder einen Entwickler, der es macht. So, aber diese 80% zu erreichen in extrem kurzer Zeit, finde ich, sind schon nice. Also, Ja, auch als Entwickler.

Tim Uhlott

Ja. Naja.

Kai Ole Hartwig

Klar, ich sehe da die Schwächen drin, ich sehe da die Fehler drin. Ich sage auch, okay, wir brauchen hier noch Regeln und da noch Regeln. Am Tagesende ist es aber für diese 80% echt nett und echt gut. Ja.

Tim Uhlott

Das stimmt. Guck mal, das ist doch ein gutes Schlusswort. Hätte ich mal gesagt, die typische 80-20-Regel und KI zu erfüllen. Ja.

Kai Ole Hartwig

80% KI, 20% Mensch. Perfekt. Bis dahin. Ciao.

Tim Uhlott

Ja, trotzdem. Okay, dann sage ich danke fürs Zuhören und dann hören wir uns nächste Woche wieder.

Moritz Hofmann

Bis nächste Woche.

Tim Uhlott

Bis dann.

Moritz Hofmann

Ciao.

Die Podcaster

Foto von Kai Ole Hartwig.

Kai Ole Hartwig

Founder · Moselwal Digitalagentur · OnlyOle

Programmiert seit 2002 – autodidaktisch gelernt, 2012 mit KO-Web selbständig gemacht, heute Moselwal. Über 100 Projekte, Fokus auf Security, Performance, Automatisierung und Qualität.

Moritz Hofmann

Gründer & Geschäftsführer · FastPal · Hofmann Handelsgesellschaft mbH · Luxintent

Tim Uhlott

Gründer & Software Architekt · GuardingPearSoftware · KHS Group · User-Aid