No Bullshit Founders: Mit KI gegen Lebensmittelverschwendung: Mattis Sippel und better bites
In dieser Folge ist Mattis Sippel, Co-Founder von better bites, zu Gast bei No Bullshit Founders. better bites entwickelt KI-gestützte Prognosen für Großküchen und hilft Mensen, Kantinen und perspektivisch auch Betriebsküchen dabei, besser zu planen: Wie viele Gäste kommen? Wann kommen sie? Und welche Gerichte werden wirklich nachgefragt? Mattis erzählt, wie aus einer Idee im Studium ein Green-Tech-Startup wurde, warum die ursprüngliche Zielgruppe erst einmal nicht funktionierte und wie der entscheidende Moment ausgerechnet in der Mensa kam. Wir sprechen über Validierung, erste Pilotkunden, den Aufbau des MVPs, Datenqualität im Machine Learning, Vertrieb in einem sehr speziellen Markt und darüber, warum Wettbewerb nicht abschrecken muss, sondern auch ein starkes Signal für Marktpotenzial sein kann. Außerdem geht es um die Frage, wie viel Lebensmittelverschwendung durch bessere Planung tatsächlich eingespart werden kann, welche Rolle XGBoost und historische Daten dabei spielen und warum Gründerinnen und Gründer manchmal weniger bauen und mehr zuhören sollten.
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Schön, dass ihr wieder einschaltet zu einer neuen Folge No Bullshit Founders. Wie immer mit Ole, Moritz und mir und heute mal wieder mit dem Gast, mit dem Mathis. Mathis, erzähl doch mal gerne ein bisschen was zu dir und deinem Unternehmen better bites.
Hej. Hi, gerne. Ja, ich habe so ungefähr vor einem Jahr das Startup better bites gegründet. Ist ein Green-Tech-Startup und wir erstellen Prognosen für Großküchen. Da insbesondere vorher zu sagen, wie viele Menschen kommen, wann die kommen und am Ende auch welche Gerichte, die sie verspeisen möchten. Ganzes Thema zielt sehr auf bessere Planung in den Großküchen ab, weniger Überproduktion, weniger Lebensmittelverschwendung, am Ende auch Sparen von Kosten.
Ja, sehr cool. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Ich finde Großküche ist erstmal ein sehr spezielles Thema.
Ja, stimmt. Meine Studiumszeit ist noch nicht so lange her. Ich habe noch ungefähr vor einem Jahr Bachelorarbeit geschrieben und mache das Ganze auch mit einem sehr guten Freund aus der Studienzeit zusammen mit Nico. Und wir waren einfach beide im Studium sehr große Mensa-Fans, waren eigentlich jeden Tag da und auch heute noch. Wir sind ja immer noch in Münster und die Münsteraner Mensen sind wirklich top und wir nutzen das gerne als Mittagspause. Das heißt, wir waren immer sehr auf der Gastseite von den Großküchen. Um aber die ganze Geschichte zu erzählen, muss man ein bisschen mehr ausruhen, weil die ursprüngliche Idee kam so vor anderthalb Jahren. Wir haben uns ein bisschen in diese Prognosetechnologie verliebt.
Vielen Dank.
Wie das funktioniert, kann ich gleich nochmal darauf eingehen, aber es ist am Ende eine KI, die ganz viele Daten kombiniert. Und wir haben am Anfang gedacht, wir machen das für Restaurants, Cafés, egal wie groß, eher klein, dass wir denen vorhersagen, wann wie viele Gäste kommen, da dann eher noch Fokus auf bessere Mitarbeiterplanung. Und dann waren wir tatsächlich hier im Münster im Reach in so einem Validation Lab, wo wir uns auch kennengelernt haben, Tim und Moritz, wo es sehr darum ging, die Idee nochmal tiefer zu validieren, also wirklich zu schauen, das Problem, was wir unterstellen, ist das wirklich da? Und wir waren natürlich mega hyped und dachten, das brauchen wir eigentlich gar nicht, weil wir waren uns super sicher, dass es funktioniert. Am Ende des Tages haben wir aber herausgestellt, nach so 30 Gesprächen mit Gastronomen, dass das in den normalen Gastronomien, die man so als Kunde meistens kennt, also Restaurants und Cafés, gar nicht so ein Thema ist. Wir haben einfach sehr flexible Mitarbeiter. ... brauchen daher gar nicht so viel Plan und das meiste Essen, was sie haben...... verkaufen sie entweder am nächsten Tag weiter, wenn es überbleibt...... oder sind eh eher Convenience-Produkte, die eh quasi auf Lager sind. Und das war natürlich ernüchternd in der Situation,...... aber dann haben wir uns überlegt, wie... wo gibt es vielleicht eine Nische oder Anwendungsfälle, wo der Need nach so einem Produkt noch größer ist. Da haben wir uns verschiedene Nischen angeschaut. Eine davon waren noch so Sushi-Läden mit frischen Lebensmitteln. Hat sich auch relativ schnell herausgestellt, dass das nicht so spannend ist. Und dann war so ein eye-opening-Moment, als wir in der Mensa saßen, wirklich zu zweit und uns irgendwie so umgeguckt haben. Und diese riesen... Bottiche an Essen gesehen haben, Behälter und irgendwie dachten, ey, wie machen die das eigentlich? Und das war so quasi der Ursprung der Idee und danach ist einiges noch gefolgt.
Okay, schon ziemlich cool, schon ziemlich beeindruckend.
Ja.
Du hast ja gerade gesagt, Bachelor, machst du oder ihr noch euren Masters nebenbei oder fokussiert ihr euch komplett auf Beta-Piles? Okay, cool.
Nee, voller Fokus Betabytes. Also seit einem Jahr machen wir das fulltime. Und das ist auch genau richtig, weil dann können wir einfach wirklich alles, was wir tun, da rein investieren. Und Studium würde gerade eher ablenken.
Kannst du vielleicht von dem Moment erzählen, wo du dich aktiv dafür entschieden hast, jetzt komplett dein eigenes Startup zu machen? Wie hast du das entschieden oder wie habt ihr das entschieden?
Ja, das war tatsächlich schon recht früh. Es war Januar letzten Jahres, dieser Moment, wo ich mit Nico in der Mensa saß. Und er hatte tatsächlich schon einen Joboffer für nach dem Bachelor, auch ein gutes, tolles. Und er hat mich dann gefragt, was hast du denn eigentlich vor? Und dann war ich so, ich dachte eigentlich, wir machen das Startup zusammen, was wir uns hier überlegt haben im Modul. Und auf einmal war er so ganz... verunsichert mit seinem Jobangebot und dann haben wir uns ein, zwei Tage Bedenkzeit genommen und haben beide überlegt, ob das wirklich cool ist und sinnvoll ist. Und haben uns dann entschlossen, ey komm wir machen das einfach, weil wir uns beide einig waren, wir hatten schon immer Bock drauf. Wir haben vorher schon immer sehr viel über das ganze Founding-Thema gesprochen. Mich fasziniert das auch schon sehr lange. Und zweitens einfach auch vom Timing her. Nach dem Bachelor sehr jung, schon mal eine Ausbildung fix, sehr geringe Lebenskosten.
Vielen Dank.
Da haben wir gedacht, komm das passt jetzt einfach sehr gut. Das war recht früh, aber da hatten wir noch nicht den Switch auf die Branche gemacht. Also das war alles noch nicht so ganz sicher, sage ich mal. Hat sich dann aber im Laufe des Jahres Richtung Mai, Juni konkretisiert. Und dann haben wir irgendwann gesagt, komm, wir bewerben uns noch auf das Gründerstipendium zum Beispiel und gehen da wirklich all in und machen das mindestens ein Jahr. Und heute kann ich sagen, nach einem Jahr, wir machen das noch länger.
Cool. Tim, kannst du weiter machen?
Sehr cool. Mad, es schiebt irgendwer bei euch im Reach da irgendwas gerade rum? Ja, okay.
Ja, ich kann mal kurz, wenn wir kurz pausieren wollen, ich kann mal kurz eine andere Box suchen. Ich wusste es nicht, sorry. Es ist gerade losgegangen. Ja, Entschuldigung.
Alles gut, alles gut. Dann lass mal kurz die Pause machen.
Ja, warte.
Und gleich wieder da. Alles gut. Okay, so. Nach kurzer Umbauarbeit sind wir wieder da. Mathis, nachdem ihr dann die Großküchen, ich sag mal, eure potenziellen Kunden entdeckt habt, wie lange hat das dann gedauert, bis ihr das erste MVP fertig hattet?
Meinst du MVP im Sinne von ersten Produktaufriss?
Genau. Okay. Mhm.
Oder so Geschäftsmodell MVP? Okay, nee. Ich würde sogar sagen, wir hatten das vorher fertig. Insbesondere Nico ist sehr Product-verliebt und neben der ganzen Validierungsgeschichte hat er schon von Anfang an irgendwie versucht, schon mal ein erstes... ... Frontend zu bauen, Software, die wir auch nutzen konnten für die Validierungsgespräche. Ich habe manchmal versucht, ihn da so ein bisschen zu bremsen,...... weil das ist eigentlich genau das, was wir im Validation Lab gelernt haben,...... was man nicht machen soll, zu früh das Produkt zu bauen. Aber am Ende des Tages... hat das nicht geschadet. Da war schon mal ein erstes Back and Frontend und so am Start und wir haben dann aber nochmal versucht, gerade als dann die ersten Kunden da waren oder der erste große Kunde, dass wir sehr geschaut haben, was wollen die Nutzer eigentlich sehen an Informationen, was ist für die interessant und mit der Information haben wir uns dann wirklich mal hingesetzt und haben das mal aufgemalt an einem Whiteboard, was wollen wir eigentlich wie darstellen und dann nochmal from scratch so gestartet.
Sehr cool.
Genau.
Ja, das ist auf jeden Fall auch eine sehr gute Idee, weil das ist auch so eine kleine Informatikerkrankheit.
Ja. Ja.
Einfach mal erstmal alles fertig programmieren und dann mal schauen, wo man das drauf anwenden kann.
Absolut.
Und der andere Weg, erst gucken, wo ist das Problem, was brauchen die wirklich. Wahrscheinlich ist es sogar meist kleiner, als das, was man denkt oder geht in eine andere Richtung und dann loslegen.
Was mich in dem Zusammenhang noch interessieren würde, was war deine größte Unsicherheit am Start, als ihr durchgestartet seid? Ja.
Ja, gerade in dem Prozess finden wir Leute, die darauf Bock haben, auf die Technologie, finden wir, macht das eigentlich Sinn, das für die Nische anzuwenden? Das war natürlich wochenlang irgendwie so ein großes Fragezeichen und dann war es... Dann irgendwann ganz schön, als wir hier das erste Gespräch beim Studierendenwerk Münster hatten, die von Anfang an unser erster Vertrauens-Kooperations-Pilotkunde waren, dass wir da gehört haben, es ist ein Thema. Das war eine Unsicherheit und als wir irgendwann gemerkt haben, ey, für Mensen und Kantinen ist da ein Markt für da, ... waren wir natürlich voll hyped und haben dann aber auch mal geschaut,...... was es da schon so am Markt gibt und das ist nicht,...... wir sind nicht die allerersten, die es tun in Deutschland. Und auch das war am Anfang für mich natürlich eine Unsicherheit,...... weil ich mich irgendwie gefragt habe, okay, die machen das schon jahrelang,...... wie sollen wir es schaffen, da schnell besser zu werden oder uns da aufzubauen. Heute sind wir... blicke ich da ganz anders drauf, weil es eigentlich eine tolle Validierung ist, wenn du Wettbewerb hast und insbesondere, wenn man einen Markt hat, der nicht super klein ist, dann ist es nie verkehrt, wenn noch ein, zwei Player, glaube ich, mit am Start sind, die auch dann am Ende schon ein bisschen Erklärungsarbeit bei den Kunden indirekt gemacht haben, für das, was man tut, für die Technologie, die man anwendet.
Ja, das ist interessant.
Ja, stimmt auf jeden Fall. Wenn es Kunden gibt, andere Konkurrenten gibt, so meine ich das, dann wurde ja der Case indirekt ja auch schon mal von denen mitvalidiert.
Ja.
Also du bist nicht der Erste, der auf irgendeine random Idee gibt, wo es vielleicht einfach kein Potenzial einfach gibt. Dann siehst du, okay, es gibt Konkurrenten, 1, 2, 3 oder wie groß auch immer eurer Markt ist und das heißt, es hat auf jeden Fall Potenzial. Das ist ja auf jeden Fall cool, ja.
Absolut. Ich habe die Tage in einem anderen Podcast gehört und da sagte der Gast, dass es heutzutage eigentlich unwahrscheinlich ist, dass du eine geile Idee hast und mit einem tollen Markt und einem riesen Potenzial und du bist der allererste, der auf die Idee kommt.
Ja, ja.
Das ist eigentlich direkt ein Knockout-Kriterium. Fand ich einen spannenden Take und passt dazu auch ganz gut.
Auf jeden Fall. Man muss ja überlegen, wenn jemand schon mal den Markt validiert hat und offensichtlich schon mal länger am Markt ist, dann gibt es auf jeden Fall auch Kapital und die Möglichkeit, einfach da was zu machen. Alles andere verschwindet halt wieder sehr schnell.
Absolut.
Deswegen glaube ich, ist es als Gründer, der seine Idee validiert, immer gut zu sehen, es gibt Menschen, die da drin sind. Und die machen das. Und dann kann man auch sehr gut, finde ich, immer validieren, was ist denn deren USP und was soll denn unser USP eigentlich werden? Was ist denn so aktuell euer größtes Risiko? Was denkst du?
Wir haben jetzt, also jetzt haben wir noch nicht so viel darüber gesprochen, was jetzt im letzten Jahr konkret passiert ist, aber wir haben jetzt so sieben Studierendenwerke am Start in Deutschland multipliziert mit so fünf bis zehn Mensen pro Studierendenwerk. Also es loggen sich jeden Tag so 30, 40 Standorte ein, was super ist. Und gerade in dem Bereich der Uni-Mensen haben wir da einen guten Fuß gefasst. Bedeutet gleichzeitig aber auch, dass wir mit allen jetzt mal gesprochen haben, so viele gibt es in Deutschland gar nicht. Also Mensaträger sind 57 und wir haben glaube ich jetzt so die Early Adopters, sag ich mal Low Hanging Fruits irgendwie jetzt am Start, die von Anfang an da sehr offen für waren.
Mhm.
Es gibt manche, die sind noch so ein bisschen der Schwebe, es kann sich noch Dinge ergeben, aber... Mittelfristig müssen wir noch ein bisschen mehr Richtung Betriebskantinen gehen, damit wir da in dem Markt der Großküchen bleiben und das ist auch nochmal ein sehr toller großer Markt. Da dann gibt es quasi immer Betriebskantinen, die das Inhouse machen mit eigener Küche, aber auch andererseits Caterer und Catering-Firmen, die dann 100 Firmen am Tag beliefern oder auch die Küchen betreiben.
Okay.
Und das ist zwar dieselbe Branche, aber fast nochmal ein bisschen anderer Markt, weil da andere Herausforderungen herrschen, andere Cases, die schlummern auch, also die wir nochmal bearbeiten können und müssen. Aber da jetzt auch wiederum Fuß zu fassen, das ist so der nächste Schritt, die wir jetzt noch mal bearbeiten können und müssen. Ich weiß nicht, ob ich es als Risiko einschätzen wollte, aber auf jeden Fall das Thema, was mich gerade mit am meisten beschäftigt.
Spannend. Magst du denn einfach mal über das letzte Jahr sprechen? Du hast das schon so anklingen lassen. Hey, wir haben da noch so gar nicht drüber gesprochen. Wie war das? Das erste Jahr?
Klar, gerne.
Was waren die prägendsten Momente, nachdem ihr gefunden habt? Wo soll es hingehen?
Ja, absolut. Ich glaube, das hilft auch den Hörern einmal so zu verstehen, was passiert ist, was wir machen. Also wo wir am Anfang sehr viel Glück mit hatten, ist mit der ursprünglichen Idee sind wir recht schnell mit dem Studierendenwerk Münster in den Austausch gegangen. Studierendenwerke betreuen immer die Unimensen in den Städten. ganz salopp gesagt. Und das Studierendenwerk Münster war von Anfang an sehr offen. Erstens, wir sind Studenten aus Münster, wollen irgendwie was für Münster machen, das fanden die toll. Zweitens, die haben ein sehr cooles, innovatives Denken irgendwie und haben gesagt, ey, das kann schon auch einen Mehrwert für uns haben. Da war Thema Planung auch schon eine Herausforderung. Und mit den Akteuren aus Münster haben wir das halt innerhalb von so zwei, drei, vier Monaten komplett from scratch aufgebaut und haben uns insbesondere mit den Nutzern, die Nutzer sind die Küchenleitung vor Ort, die machen die Bedarfsplanung, die müssen zwei bis drei Wochen vor dem Tag der Produktion, die Waren schon einkaufen beim Lieferanten, die müssen aber auch am Tag selber entscheiden, wie viel koche ich jetzt wirklich von was.
Mhm.
Und mit dem Input von diesen Nutzern haben wir das zusammen aufgebaut. Und seit September letzten Jahres läuft es da auch schon produktiv in allen Mensen und Kantinen hier vom Schlinweg Münster, auch kleinere Bistros zum Beispiel. Genau diese Prognosen, also wie viele Gäste kommen eigentlich insgesamt an dem Tag, zu welchen Uhrzeiten kommen die eigentlich, Gerade dazu haben wir uns auch überlegt oder mit den Küchenleitungen gesprochen, was sind eigentlich Einflussfaktoren, wie viele Menschen in Instagram kommen, aber auch wann die kommen. Und da war zum Beispiel recht klar, so Vorlesungsdaten sind da sehr interessant. Wann sind wo in Münster, in welchen Hörsälen und so eigentlich Events, in welchen Räumen, wie viele Leute passen da rein? Wann kommen dann vielleicht die Studenten nach der Vorlesung oder vor der Vorlesung in die Mensa, treffen sich mit Freunden. Das war so ein Punkt. Was hat Wetter für einen Einfluss? Also hier, wer sich in Münster ein bisschen auskennt, Mensa am Ahrsee, ein schöner Standort am Ahrsee, aber ein bisschen außerhalb der Stadt. Wenn es zum Beispiel regnet, fahren deutlich weniger Studis mit dem Fahrrad dorthin. Also da einfach zu schauen, welche Faktoren haben einen Einfluss, die alle zu sammeln. die dann aber wiederum auch zu kombinieren mit den historischen Umsatzdaten des Standorts. Also darauf basiert am Ende unser Machine Learning, dass dort Muster erkannt werden aus den letzten drei Jahren. Welchen Einfluss haben dann diese ganzen Faktoren, die kann man quasi kombinieren in einem großen Wie kann man sich vorstellen wie eine riesen Excel-Tabelle, wo dann aber ein smartes System drüber fliegt und sich überlegt, welche Einflussfaktoren hat eigentlich die Temperatur oder die Anzahl an Vorlesungen in der Nähe.
Mhm.
Und das Modell schafft es dann wiederum, das auch für die Zukunft vorauszusagen. Ich glaube, das ist auch nochmal ganz interessant, um einmal zu verstehen, wie wir eigentlich... ... das gebaut haben und warum da auch so eine Überschneidung ist zwischen Sales und Nachhaltigkeit, aber auch ganz viel Tech im Hintergrund. Aber um deine Frage zum Ja nochmal darauf zurückzukommen, wir haben in Münster das jetzt aufgebaut und... haben es dann geschafft, mit verschiedenen anderen Studierendenwerken in großen Unistädten in den Austausch zu kommen. Das Thema ist da gerade sehr populär. Nachhaltigkeit sowieso überall ein Thema. Lebensmittel sparen, Geld sparen sowieso. Die müssen auch gucken, dass die Preise für die Gerichte nicht zu sehr steigen. Studenten haben ja nur ein begrenztes Budget und Studierendenwerke haben einen sozialen Auftrag, den sie natürlich ausführen möchten und da kann so eine Software unterstützen. Deswegen waren wir viel unterwegs und haben jetzt es halt geschafft, sieben weitere Studienwerke von unserer Software zu überzeugen, die das jetzt produktiv nutzen. was auf jeden Fall klasse ist und deswegen waren wir viel unterwegs, haben auch von allen Kunden noch auch wieder was mitgenommen. Wir haben das trotzdem sehr alle Herausforderungen gehört und versucht einzubauen, damit es am Ende für alle am meisten mehr Wert hat.
Was mir jetzt gerade irgendwie so einfällt, so neben Großküchen, habt ihr euch schon mal darüber Gedanken gemacht, vielleicht mit Supermärkten in Kontakt zu treten? Ich muss zum Beispiel an so eine Fleisch- oder Käsethek jetzt zum Beispiel denken. Dieses, okay, das Wetter wird jetzt nächste Woche vielleicht gut, die Leute wollen vielleicht grillen, das kaufen sie immer zu der Zeit. Habt ihr da schon mal irgendwie drüber nachgedacht?
Ja, also als wir den Switch gemacht haben, als wir gemerkt haben, okay, kleine Gastronomien funktionieren nicht so super, wo konzentrieren wir uns dann drauf? Haben wir mal so ganz klassisch, auch durch Input von unserem Coach hier im Reach, so eine Nutzwertanalyse gemacht.
Ja, ist wichtig.
Also wirklich Faktoren und Branchen aufgezählt und da war Supermarkt auch eine davon. Das ist spannend, auf jeden Fall. Ich glaube, wir sind gerade sehr zufrieden mit unserer Nische, des Marktes. Der ist auch groß genug und ich glaube, Und was uns gerade sehr unterstützt oder hilft, ist Fokus auf einen Kunden auch. Es wird jetzt schon fast ein zweiter Kunde durch Betriebskantin, habe ich ja eben kurz erklärt. Das ist schon genug, oder das bedeutet auch schon Pivot, man darf auch nicht vergessen, wir sind zu zweit.
Mhm.
Aber perspektivisch oder auch für andere Player oder Leute, die was gründen wollen, da gibt es ganz viele Möglichkeiten. ... Branchen noch, Fitnessstudios, auch quasi, du kannst dir überlegen, du willst das den Kunden...... zur Verfügung stellen, so ein bisschen wie Google das macht, bei Google Maps, wenn du irgendwo hingehst,...... gibt es ja auch Auslastungsprognosen, Supermarkt, wir haben da auch mit...... Supermärkten gesprochen, auch in der Phase, um das zu validieren. Die haben tatsächlich aber so Rewe zum Beispiel vorstanden, was Eigenem oder haben schon was Eigenes gebaut. Genau. Anderer toller Markt ist Bäckereien.
Vielen Dank.
Man kennt das, die haben ja auch alles vorrätig. Wenn man manchmal kurz vor Schluss bei einer Bäckerei vorbeischaut, ist man ja schon erschrocken, was die noch an Brötchen dort rumliegen haben.
Vielen Dank.
Ja.
Da gibt es ein tolles Startup aus Münster, Foodtracks, die das schon so seit 10 Jahren sehr toll machen. Genau.
Wo ihr gerade Betriebsküchen sagt, was ich euch vielleicht empfehlen kann, aber vielleicht habt ihr es auch schon gemacht, im Norden von Münster gibt es die Provinzial und die haben eine sehr große Küche und viele Firmen drumherum, die jener auch häufig mittags essen.
Cool, ja.
Vielleicht ist das auch dann interessant für euch. Ja.
Guter Punkt, ist bestimmt irgendwo auf der langen Leadsliste mit drauf, aber ich schaue da nochmal. Guter Punkt, ja, das ist immer cool, gerade natürlich, wenn man hier in Münster vielleicht einen Startschuss hat, weil da diese regionale Verbundenheit darf man nicht unterschätzen, dieses erste Trust, das kann da schon sehr helfen.
Ja, ja, das ist richtig. Ja, ja, da ist Münster auch sehr, sehr offen. Das ist auch schon echt ziemlich cool.
Ja. Ja.
Du hast es ja gerade schon angesprochen, eure Prognose. Also KI, AI ist ja gerade auch so ein bisschen in aller Munde, ist ja gerade auch das Buzzword. Ähm... Was nutzt ihr da genau? Habt ihr ein eigenes Modell trainiert? Nutzt ihr irgendwas Fertiges? Oder wie du sagst, mit Excel-Tabellen macht ihr Analysen? Wie funktioniert das?
Ne, das lösen wir ab. Früher haben die Küchenleiter mit dem Bauchgefühl und Excel gemacht.
Vielen Dank.
Nein, nein, das war eben nur um anschaulich zu machen, wie welche Faktoren Einfluss haben. Auch das haben wir uns am Anfang angeschaut, was performt eigentlich am besten und haben nach einigen Experimenten nutzen wir XGBoost. Das ist für die Techies oder Nerds Gradient Boosting. Das ist am Ende ein Machine Learning Algorithmus, der ganz viele Bäume quasi aufmacht und Entscheidungsäste. Und je nachdem, welche Faktoren reinfließen, kann man sich vorstellen, dass dann ein anderer Ast in diesem Baum gewählt wird und am Ende des Tages kommt der dann halt auf ein Ergebnis. Und Da lassen wir alle Daten, die dann teilweise in die Wälde-Standort sind, einfließen und das sind drei verschiedene Modelle quasi. Einerseits für, wie viele Gäste kommen eigentlich insgesamt, zu welchen Zeiten kommen diese und am Ende auch, welche Gerichte wollen eigentlich die Menschen dann essen, die kommen.
Okay, verstehe. Gab es da irgendwie eine große Herausforderung beim Aufbau, beziehungsweise was war die größte Herausforderung dabei? Daten oder das Modell dahinter?
Ich würde sagen, wir hatten ein gutes Gefühl dafür, was für Modelle man so nehmen kann. Mit IndicJubus kann man auch gut arbeiten und der verzeiht auch gewisse Dinge, wenn mal Daten doch nicht vollständig sind zum Beispiel, kann der das selber so imputen. Aber auch das passt zu dem AI-Hype, der gerade ist, wenn es um Herausforderungen geht, das zu implementieren, die Datenqualität. Also irgendwie auf der Data & Plugged habe ich ein paar Mal gehört, so shit in, shit out. Also wenn du halt was Doofes reinbringst, dann kommt auch was Doofes raus. Und das ist am Ende mit auch die größte der größte, wie soll ich sagen, Stopper, ich will nicht sagen Stopper, aber das, wo wir mit am meisten manuelle Arbeit haben, das ist diese Data Cleaning und Data Aufbereitung, die am Anfang passiert.
Hm. Hm.
Also was Gutes ist, gerade im Bereich der Unimensen benutzen die meisten das ähnliche Warenwirtschaftssystem, das heißt, die Struktur der Daten ist schon mal ähnlich. von welche Attribute sind eigentlich vorhanden, aber die Pflege der Daten sind halt teilweise einfach, also oft eigentlich immer unterschiedlich und mal besser und mal schlechter gepflegt und deswegen ist der erste Schritt, bevor wir das, wir müssen das ja in irgendwie einen Datenformat gießen, was relativ standardisiert ist, egal was für eine Mensa oder wie auch immer man hat, Da ist mit am meisten Arbeit für uns zu machen und teilweise haben wir das dann schon jemand on-boardet, erste Experimente gefahren und irgendwie gemerkt, okay, wie funktioniert es nicht so richtig und dann gemerkt, okay, wir haben im ersten Schritt Data Upload in unser System quasi etwas übersehen.
Steher, steher.
Ja.
Und wie sehr liegt die daneben? Oder wie gut ist die Vorhersage? Habt ihr da Erfahrungswerte mittlerweile?
Ja.
Also, wenn jetzt die besten Daten der Welt gibt und wenn es die schlechtesten gibt, ist schon klar, dann ist es wesentlich schlechter. Aber in welchem Bereich bewegt sich das so? Ja.
Na klar, das ist ja am Ende auch genau die Daseinsberechtigung, die wir haben. Also nur wenn das funktioniert, möchten uns Kunden ja auch nutzen. Und bei Gäste-Prognosen, wie viele Gäste kommen eigentlich insgesamt, liegen wir eigentlich immer über 90%, was wirklich sehr gut ist. Also da ist die Schwankung immer so bis zu 10% an einem Tag.
Vielen Dank.
Das ist im Schnitt okay. Weil wir hoffen natürlich oder wir versuchen natürlich mit Daten die Menschen predictable zu machen, aber Menschen sind halt auch immer noch Menschen. Also eine hundertprozentige Curacy auf Dauer wird man höchstwahrscheinlich nie erreichen. Ab und zu hat man natürlich mal Volltreffer, ab und zu ist man auch mal drunter, ganz klar. Und bei dem zweiten wichtigen Punkt, dieses Thema, von welchem Gericht wird eigentlich nachgefragt, da liegen wir zwischen 80 und 90 Prozent. Das sind nochmal andere Größenordnungen, deswegen sind 80 bis 90 Prozent da immer noch sehr gut. Ja, danke.
Cool.
Kannst, ja.
Und, ähm, oh, nee, mach du, ich will dich gar nicht aufhalten, dann das...
Ja, soll ich jetzt fragen? Ja, wie viele, also hast du irgendwie ein Beispiel an irgendeinem Gericht? Also ich sag mal, es wurden dann früher immer tausendmal... Gulasch gemacht, jetzt wird aber 40% eingespart mit eurer Analyse oder hast du irgendwie Zahlenbeispiel, also wie viel stellt so eine Großküche her und wie viel, wie konntest du jetzt ihren Prozess optimieren, dass sie halt nicht mehr so viel einfach einkaufen muss und einfach kochen muss?
Ja, also ich könnte einmal kurz erklären, was ein Küchenleiter eigentlich so macht in der Plane und dann kann ich nochmal erklären, was das auf einem Monat zum Beispiel bedeutet. Also zum Ersten, entweder der Küchenleiter denkt sich selber an den Speiseplan aus oder der wird von oben vorgegeben, das sind so drei bis vier Gerichte durchschnittlich in der Mensa.
Hm? Hm? Hm?
Immer ein veganes Gericht, oft ein vegetarisches, ein bisschen Fleisch und dann noch irgendein Aktionsgericht. Und sagen wir mal, in drei Wochen gibt es eine Bolognese mit Hackfleisch. Dann überlegt sich der Küchenleiter heute, wie viele Portionen will ich eigentlich davon einkaufen? Und dann Jetzt hatten wir immer mal das ASEE-Beispiel hier. Im ASEE sind so im Schnitt 1500 Menschen am Tag, die was essen wollen. Und das heißt, du musst dir überlegen, ich habe drei Gerichte, 1500 Leute wollen eine Hauptspeise essen, wie viel Portion Wolle verkaufe ich? Und heute ist es so, Ja, die Küchenleiter, also heute nicht mehr im ASE, aber ich sage mal, vor einem Jahr war es so der Küchenleiter, okay, ja, wie lief Bollo letztes Mal? Dann klickt er sich in seinem sehr alten System rum und guckt, wie es letztes Mal lief, hat aber auch kein Verhältnis dazu, wie viele Gäste eigentlich da waren und oft ist es einfach so ein bisschen Gut-Feeling und Erfahrung und sagt dann, okay, früher war also jetzt, okay, machen wir 600 Portionen.
Mhm.
Und genau an dem Punkt setzen wir an, wie unser System hat auch eine Prognose, die halt ein bisschen fundierter ist, auf mehreren Faktoren basiert. Und da sagen wir dann zum Beispiel, okay, mach mal 470 Portionen. Also auch da eher so auf Zehner-Schritten. Früher ist es auch menschlich logisch eher so, man macht 500 oder 600 Portionen. Eher in der Größenordnung. Natürlich müssen die teilweise auch achten, dass sie Gebindegrößen haben, also nicht alle Produkte in jeder Größenordnung bekommen.
Hm.
Aber dann überlegen sie sich, okay, ich mache 470 Portionen Bolognese heute und dann 300 von dem und 400 von dem. Das ist so da, wo wir unterstützen. Und was eigentlich so der Hintergrund von unserem Business Case auch ist und von dem Mehrwert, den wir schaffen, sind erstmal eine, grundlegend war mal so eine Studie vom Thün-Institut, mit der wir da angefangen haben. Und heutzutage konnten wir das mit eigenen Experimenten und Messungen von Abfall auch quasi validieren.
Hm.
Und man kann sich vorstellen, dass in In einer Großküche im Durchschnitt ist so eine Portion 500 Gramm schwer. Also normal ein Teller 500 Gramm Nudel Bolognese. Und ungefähr 100 Gramm davon sind Abfälle. Also ungefähr 20 Prozent. Davon basieren dann ungefähr 60 Prozent auf Speiseresten, also die Sachen, die die Kunden überlassen. Da hat man als Küche ehrlicherweise nicht so super viel Einfluss drauf. Und aber auch so ein Thema wie Schnittverluste. Also Zwiebelschalen, Kartoffelschalen, ganz normal, fällt eh an. Das Spannendere ist 40%. Und das resultiert aus der Überproduktion. Also Überproduktion, die dann am Tag selber überbleibt, die im Worst Case weggeschmissen wird, aber häufig auch, das muss man auch anerkennen, entweder wird es am nächsten Tag angeboten oder wird eingefroren und dann in zwei Wochen nochmal verkauft.
Hm. Hm.
Und genau da, diese 40%, da greifen wir an. Und wir konnten es bis jetzt zeigen, dass wir davon die Hälfte einsparen können. Also Von den ganzen Lebensmittelabfällen, 100 Gramm Proportionen, sparen wir 20 Gramm ein. Und wenn man sich vorstellt, dass wir wieder diese Mensa hier Asien Münster haben, die 1500 Gerichte am Tag verkauft, 20 Werktage im Monat, sind das ungefähr 30.000 Gerichte, die so eine Mensa in der Größenordnung verkauft. Und wenn wir es da schaffen, diese Überproduktion, wie eben beschrieben,
Ja, alles gut.
einzusparen. Sind das im Monat schon, kannst du mich, alles gut? Ich habe gerade was gehört.
Vielen Dank.
Okay, alles klar, super.
Das ist gut.
Sind das in einem Monat schon 600 Kilogramm Lebensmittelabfälle, die wir einsparen und über 2000 Euro im Wareneinsatz, die wir quasi aktiv sparen, die nicht in der Tonne landen oder verschenkt werden an so gemeinnützige Organisationen wie die Tafel oder Foodsharing. Und das ist am Ende eine Größenordnung für eine Mensa, die schon sehr immens ist.
Ja.
Genau. Und deswegen ist das nachhaltig, also es ist halt einerseits der nachhaltiger, großer Mehrwert, weil gutes Essen einfach nicht verschwendet wird oder weggeschmissen wird. Und andererseits natürlich auch wirtschaftlich toll, auch wenn dann das nicht entweder weggeschmissen wird oder auch verschenkt wird. Auch das ist ja an sich wirtschaftlich nicht so toll für eine Mensa.
Stimmt natürlich, wenn du so ordentlich einsparen kannst, das ist schon echt ziemlich gut. Ole, du hattest gerade noch eine Frage. Ich habe mich ja zwischengegrätscht.
Ja, und dann habt ihr bei Essen geredet und dann war ehrlich gesagt, sind meine Gedanken bei Essen, ja, das ist
Achso, hast du immer Hunger?
So geht es mir den ganzen Tag. Also in meinem Alltag lese ich ja nur Putenschnitzel und Linsengebüse und ja, da grummelt um 11 Uhr jetzt gleich schon, wenn man das immer liest, auf jeden Fall auf der Magen, ja.
Deswegen wäre eure Startup-Idee auch einfach nichts für mich.
Vielen Dank.
Ich könnte das nicht.
Okay, okay.
Ich müsste ein ganz... Ne. Da bin ich raus. Zu viel Essen.
Ja, man unterschätzt halt auch echt, was das für Mengen sind einfach. Also jeder von uns war ja schon mal im Gärst in der Kantine oder in der Mensa. Aber die haben da halt, also eigentlich müsste jeder mal in seinem Leben durch so eine Großküche laufen, weil das ist ganz beeindruckend zu sehen, was das einfach für größte, also was das für riesen Ofen sind und Fun und krasse Produkte auch, also technisch, sag ich mal, die haben da halt nicht einen Spoon oder Löffel Salz, sondern halt eine Kelle. Die haben echt so eine, wie so eine Schnee, wie so eine Schneekelle, wo sie dann Salz reinhauen müssen und so und das ist absolut auch herausfordernd, das abzuschmecken auf so einer Größenordnung, kann man sich ja vorstellen, das ist gut ab.
Ja gut, da ist halt viel in den Rezepten standardisiert mit so viel Gamm und so.
Das ist so, ja, nur auch nicht jedes Rezept ist perfekt und deswegen gibt es ja auch immer mal den Vorwurf an Menschen, dass es irgendwie alles immer recht lasch schmeckt oder so.
Ja.
Aber das ist halt auch einfach sehr schwer, auf die Größenordnung das perfekt zu machen.
Ja, stimmt.
Definitiv. Kann, glaube ich, jeder unterschreiben, der schon mal in der Mensa war. Oder in der Kantine ist es ja völlig egal wo. Also Großküche ist, glaube ich, immer herausfordernd. Und das ist ja auch nie so, dass einem alles schmeckt. Also egal, wie gut die Kantine ist, nie ist es perfekt.
Genau. Gleichzeitig finde ich, es ist eigentlich immer was für jemanden dabei. Also ich bin sowieso schon immer großer Mensa-Fan und ich habe auch Freunde im Studium gehabt, die nicht das mochten, aber ich finde, es gibt wenig Dinge, die so gesund und preisgünstig sind wie Mensa.
Ja, das stimmt auf jeden Fall. Kann man dir zustimmen. Vielleicht ist ganz interessant, wie verkauft man denn an so eine Großküche? Wie tretet ihr an die ran? Geht ihr einfach mal rein, sagt, hi, wir sind's hier von better bites.
Gab es auch schon. Gab es alles schon. Also es ist von bis in dem ganzen Unimensa-Kontext,
Wir optimieren euren Verschwendung.
Ich nehme einmal das Bollo und dann habe ich ein Programm für euch.
Oder wie kontaktiert ihr die?
Da ist es ja sehr verteilt auf Deutschland. Das heißt, da ist so ein erster Kontakt über Telefon oder Mail immer sinnvoll.
Mhm.
Und gerade am Anfang haben wir schon auch immer sehr das Narrativ gefahren, hey, wir sind recht frisch aus der Uni, wir sind sehr nah noch dran, sind oft in der Mensa. Wir hätten einfach Bock, uns mal auszutauschen, wie sieht es aus. Das war so am Anfang immer recht gewinnbringend. Dann das Zweite und eigentlich der Traum von jedem Vertriebler, würde ich auch sagen, ist ein warmes Intro. Also da auch Hut ab oder Respekt und ein großes Danke an Münster, weil wir einfach mit denen echt von Anfang an das zusammen entwickelt haben. erster Kunde, aber auch eine tolle Partnerschaft einfach haben und weil die auch sehr zufrieden sind mit dem Produkt, gab es da schon tolle, warme Intros zu anderen Städten und das ist ein Intro, das kann man, besser geht es nicht eigentlich, wenn die sich auch treffen und darüber sprechen. Aber ansonsten, ja, wir sind auch schon mal, hier gibt es eine große Kantine in Münster mit einem grünen Logo. Da sind wir einfach mit dem Fahrrad vorbeigefahren und kamen gerade vor einem guten Termin und waren so, ey, komm, wir nehmen die Energie direkt mit, wir gehen einfach mal rein und haben uns am Empfang vorbeigemogelt, haben so getan, als hätten wir einen Termin mit dem Küchenleiter. Am Ende, wir haben eine halbe Stunde geschnackt, es hat funktioniert.
Okay. Hm.
Dreißigkeit auf jeden Fall gesiegt. Mit dem habe ich sogar eben noch telefoniert, also... Es ist, man kann kreativ sein und jetzt gerade Richtung Betriebskantin machen wir auch schon recht viele Cold Calls. Also da erstmal zu schauen, wo findet man welche Nummern, wen ruft man da an, das ist auch nochmal sehr spannend und auch recht neu für uns, würde ich sagen. Ja.
Na klar, das wäre erst recht immer eine Überwindung, auch irgendwo anzurufen. Man kennt die Person nicht, man weiß nicht, wer am anderen Ende ist und schon ziemlich cool.
Ja. Und ab und zu erreichst du halt den Küchenleiter, der halt, wo du hörst, der steht gerade am Herd und wird von drei anderen Leuten auch noch gesprochen. Ja, ja, mal kurz sein. Das ist natürlich auch vom Timing einfach schwierig, das gut abzuschätzen. Sehr klar.
Ja, ja, na klar, na klar. Und da habe ich bei LinkedIn gesehen, ihr seid jetzt letztens eine Woche quer durch Deutschland getingelt mit der Bahn und habt einfach mal dann bei den Großküchen angeklingelt, oder?
Genau. Genau, das war da auch viele Studierendenwerke besucht, auch nicht unannounced.
Mhm.
Also da haben wir schon vorher Termine gemacht, weil wir da jetzt ja Ansprechpersonen teilweise haben.
Sehr gut.
Das war eine tolle Tour mit jedem Tag ein Meeting, was einfach mega Spaß gemacht hat, auch mal mit Nico unterwegs zu sein, die Kunden auch vor Ort zu sehen, wie die das nutzen. Teilweise haben wir uns erstmal vorgestellt, teilweise war es aber auch so eine Zwischenpräsentation, wo wir mal erzählt haben, was wir bisher eigentlich ... bewirken konnten und was so die nächsten Schritte sind. Und...... also mir persönlich macht das sehr viel Spaß und...... ich finde...... generell nicht nur im Business, wenn du mal jemanden getroffen hast...... in Persona und dem mal die Hand gestüttelt hast, das ist einfach...... danach auch deutlich angenehmer für jeden Austausch, der kommt.
Ja.
Und...... da muss man auch sagen, also...... auch so zu unserer Kundschaft, zu unseren Nutzern... Küchenleiter sind ein tolles, eine tolle Gruppe an Menschen. Die sind sehr passionate über ihre Arbeit und sind einfach sehr verliebt darin, irgendwie Leute zu bekochen und auch zu planen. Auch bei denen kann natürlich sich mal diese Frage stellen, okay, da kommen jetzt so zwei junge Typen, die wollen jetzt hier mal eine Planung irgendwie vereinfachen. Was sind die schon von der Großkirche? Ich finde, das ist ein fairer Gedanke. Wir versuchen ja nicht, den Job da wegzunehmen, aber irgendwie zu unterstützen und zu sagen, ey, wir können das vielleicht ein bisschen besser. Das hat sich bisher kaum groß bestätigt, dass da jetzt eine riesen Skepsis war. Es war bisher gerade, wenn man sie dann kennengelernt hat, am Anfang war es schon manchmal so, dass sie dann da saßen am Anfang, haben so ein bisschen Stimmen gerundet und waren so, was soll das jetzt? Aber die sind einfach sehr offene Menschen und wenn man dann halt einmal da ist, denen einfach nett und gut präsentiert, was man macht, dann...
Ja.
hat man danach die nettesten und tollsten Gespräche mit denen. Und das sind ja auch die Leute, die wir im laufenden Prozess, in der laufenden Arbeit auch regelmäßig anrufen und fragen, hey, wie läuft's, hast du Ideen, fällt dir was auf, können wir was anpassen? Und das machen wir natürlich im Daily Doing dann eher übers Telefon, weil es dann doch sehr verstreut ist bei Deutschland. Und da spricht man ganz anders mit den Leuten und ist auch oft per Du, wenn man sich halt vorher schon mal gesehen hat. Das ist für mich einfach ein Riesenvorteil. Remote ist toll und für ein Erstgespräch auch sehr effizient für alle Seiten, mal eine halbe Stunde oder Stunde sich auszutauschen.
Ja.
Aber wir versuchen zumindest, wenn es einzurichten ist, so früh es geht mal vor Ort vorbeizukommen. Und am Ende ein nettes Mittagessen springt auch meistens mit raus. Man checkt mal aus, wie die kochen. Es ist auch für uns gut, auch wieder für die technische Seite zu verstehen, wie eigentlich so eine Mensa in Saarbrücken aufgebaut ist im Vergleich zu Münster. Dann versteht man die Daten auch wiederum besser.
Ja, das heißt, wenn ihr es ja überall schon so ein bisschen wart, welche Mensa ist oder war am besten?
Also, ich bin Münster natürlich super treu.
Mhm.
Also hier Asimenser, Stefan, großes Lob. Da werde ich jeden Tag gut verköstigt. Ich würde aber sagen, von der Ausstattung, wir haben dann ja auch oft so eine kleine Tour bekommen durch die... Durch das Backoffice, sage ich mal, also die fetten Küchen und so.
Hm. Hm.
Und da würde ich sagen, ist Ulm am modernsten. Also die haben eine ganz neue, tolle Küche mit, wirklich, man fühlt sich da wie bei Willy Wonka. Diese Gerätschaften, die da rumstehen, mega cool, was es da alles gibt. Also man kennt ja diese... Straßen, wo man sein Tablett draufstellt, wenn man fertig ist. Das ist ja in fast jeder Großküche so und das fährt dann ja irgendwo hin. Und das mal von der anderen Seite zu sehen, wie geil da automatisiert alles gesaubert wird und dann das Besteck automatisch sortiert wird und so. Sehr, sehr cool. Ja, absolut.
Cool, ey. Da würde mich auch direkt interessieren, wie das von innen aussieht. Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, dass ihr vielleicht mal mit Kamera da durchlaufen könnt, mit so einem Küchenleiter mal so ein Video machen könnt? Ah.
Wir hatten vor, so Anfang des Jahres hatten wir einen Beitrag mit dem WDR zusammen, für die Lokalzeit, sehr cool, toller Marketing-Act auch für uns, der viele Türen geöffnet hat und da waren die tatsächlich das Team mit in der Küche, aber sie haben am Ende doch mehr Wert auf uns und was wir gesagt haben gelegt, als jetzt die Köche zu filmen, leider, aber es gibt schon gute Dokus, muss man bei YouTube gucken.
Cool. Okay, und die WDR-Doku gucken, wo er drin vorkommt.
Genau, zwei, drei Minuten sind es auf der Website. Das beschreibt eigentlich sehr gut, was wir machen und wie wir Münster auch helfen.
Ja, geil.
Das war zusammen mit dem Studium, die wir hier in Münster erstellt.
Ja, cool. Richtig cool. Ihr habt jetzt in dem letzten Jahr jetzt ja dann doch schon ziemlich viel Jahr geschafft. Was habt ihr denn für das nächste Jahr, für die nächsten 12 Monate geplant? Habt ihr eine Vision? Habt ihr schon Ziele in die Richtung, wo ihr hinwollt?
Also was seit den letzten Monaten und auch jetzt immer noch für mich am wichtigsten ist, ist eigentlich, wenn wir mit einem Kunden in die Zusammenarbeit gehen. Wir starten immer mit so einer dreimonatigen Onboarding-Phase, Testphase aber auch, wo auch die, die Chance haben, das quasi abzubrechen.
Hm. Hm.
Da ist mein größter Wunsch oder auch Anspruch, dass wir so gut sind in den Prognosen und so ein tolles Produkt abliefern, dass die auch Abo-Kunde werden. Also da quasi die No-Churn in dem Prozess. Das ist das größte Ziel für mich, weil ich finde, es bringt nichts, wenn man jeden Monat zehn Kunden onboardet und nur einer bleibt dabei. Da hat niemand was von. Und Glaubwürdigkeit und Vertrauen ist in unserem Geschäft einfach sehr wichtig. Wo ich mich so in einem Jahr, was ich im nächsten Jahr auf jeden Fall erreichen möchte oder auf jeden Fall besser auch verstehen möchte, ist das Thema Betriebskantin.
Mhm.
Können wir damit den Prognosen genauso einen Mehrwert liefern wie bei den Unimensen? Das bleibt gerade noch ein bisschen herauszufinden. Die Fluktuation ist dort auch vorhanden durch Homeoffice und so weiter, aber verursacht von anderen Dingen. Dass wir da den ersten Fuß in die Tür bekommen, die ersten Kunden in dem Bereich onboarden, das ist mir sehr wichtig und gleichzeitig auch den bestehenden Markt der Unimensen quasi weiter zu durchdringen, immer mehr Städte davon zu überzeugen oder am besten merken die selber, dass das heutzutage einfach durch das Planung da einfach genauer sein kann, auch Zeit ersparen kann. Genau, das ist so, also Vision generell ist so Gemeinschaftsverpflegung und das KI-Zeitalter bringen. Also da muss man, das schreiben wir uns so ein bisschen auf die Flagge. Und da gibt es auch noch einiges anderes zu tun, als jetzt nur die Planung der Mengen.
Ja.
Da kann man auch noch weiterdenken, da kann man... Richtung smarte Personalplanung denken, da kann man Richtung Speiseplanerstellung denken. Alles Dinge, die im Moment heutzutage von erfahrenen Menschen, das darf man gar nicht abstreiten, gemacht wird, aber am Ende auch viel durch Bauchgefühl beeinflusst wird. Und vielleicht schafft man es auch durch verschiedene Dinge, auch Attraktivität zu schaffen für eine Großküche, dass vielleicht mehr Menschen kommen. Das ist natürlich ein Effekt, der toll wäre.
Ja, ziemlich cool, ziemlich cool. Aber allein der Nachhaltigkeitsaspekt, was du ja gerade schon gesagt hast, das ist ja echt super cool. So wie wir ja schon einspart, so viel Müll ja einfach und so viel wie Deutschland ja generell ja weggeworfen wird.
Ja, absolut.
Das ist schon echt cool. Jetzt habe ich nicht mehr zu viele Fragen durchflöchert. Mathis, ich hätte noch eine letzte. Ich weiß nicht, Moritz oder Ole, habt ihr sonst noch mal?
Feel free. Du bist so im Redefluss, Tim. Ich möchte dich diesmal nicht unterbrechen.
Ja, okay. So die typische letzte Frage, die wir unseren Gästen immer noch stellen. Was du vielleicht anderen Gründern vielleicht rätst? Was sind so vielleicht deine Tipps an neue Gründer? Was würdest du dir empfehlen? Worauf müssen sie achten? Was sollen sie nicht machen?
Mir fallen da so drei Punkte ein. Ich hoffe, dass ich sie gerade jetzt gut geordnet kriegen kann. Also erstens, das hört man eigentlich in aller Munde Richtung Innovation und Gründen, ja, erst Probleme suchen und wirklich validieren und dann die Lösung bauen.
Mhm.
Das kann man nicht oft genug sagen. Ich sehe oder habe immer noch bei uns im Validation Lab hier gesehen, aber auch heute noch Leute, die wie wir auch sehr an ihr Produkt glauben, ein bisschen dieses Problem außer Acht lassen, da erst mal das Produkt wirklich, das Problem zu finden und nicht nur auch bei einem Kunden, sondern auch mal bei irgendwie am besten 10, 20 Leuten, die alle ähnliche Herausforderungen haben, die auch sagen, die auch vielleicht sogar im besten Fall sagen, ey, ich würde, wenn es diese Lösung gäbe, dafür zahlen, eine Warteliste aufbauen. Das ist halt so der Traum. Das ist der Traum, das ist natürlich nicht überall realistisch, aber da einfach sehr mit offenem Mindset rangehen und sich nicht zu stur machen auf ein Produkt, was man am Ende des Tages liefern möchte.
Ja, ja.
Das zweite ist ja so ein bisschen Resilienz und Agilität, also auch passend zu dem ersten Punkt. Man muss bereit sein, sich zu verändern, auch mal Ideen loszulassen, auch wenn man die ganze Zeit sicher war, das ist genau das neue Feature, was alle wollen. Wenn es dir niemand sagt oder du Kunden fragst und diese Nein sagen, dann einfach nicht machen. Du hast es eingangs gesagt, Thema Featureitis, riesen, ich will nicht sagen Problem bei Techies, aber kann irgendwie den Fokus falsch setzen.
Mhm.
Und auch da wieder eigentlich bei fast jedem Feature erstmal vorschlagen, den Kunden, auch wenn man dann Kunden hat, hey, wir überlegen das zu machen oder am besten sogar noch explorativer fragen. Und dann noch das Letzte, das ist aber auch vielleicht so ein bisschen persönliche Nuance, da muss, glaube ich, jeder so ein bisschen gucken, wie er es handelt. Aber, ja, wenn es geht, auch finanziell Fulltime machen. Also, ja. Nico und ich machen das jetzt seit einem Jahr beide fulltime, mit vollem Fokus, nicht noch neben dem Studium oder anderen Job. Ich weiß, das machen andere auch gut, so wie du, Tim. Du handelst viele Dinge gleichzeitig und ich glaube, das kann man auch, wenn man der Typ dafür ist. Ich persönlich finde es einfach sehr... schön und beruhigend für meinen mentalen Fokus und Kopf auch einfach, dass ich weiß, zumindest unter der Woche jeden Tag mache ich better bites. Und die Arbeit in einem Startup ist sowieso schon so vielfältig. Also man ist ja wirklich Mensch für alles. Man muss sich um alles selber kümmern, gerade am Anfang.
Alle wollen immer noch.
Das heißt, man hat eh am Ende des Tages sage ich gerne immer so fünf Uniformen angehabt. Also man war Anwalt, Marketingmensch, Techie, Salesguru und da ist schon so viel Varianz drin, das ist für mich auf jeden Fall gut, das nebenbei nichts anderes zu machen. Da muss man aber natürlich auch anerkennen, dass das nur geht, weil wir dieses Gründerstipendium haben, wo wir für ein Jahr vom Land NRW finanziert sind.
Mhm. Mhm.
Und das kann bei anderen Teams funktionieren, aber auch gerade, dass wir es beide machen, dass ich auch weiß, Nico ist von Montag bis Freitag mindestens mal, er auch am Wochenende noch, irgendwie von neun bis abends, erreichbar und wir bauen daran zusammen. Und wenn das Menschen nebenbei machen, muss man ja auf einmal auch wieder Slots finden, wo es für alle passt. Genau, das sind so die drei Dinge, die mir so in den Kopf kommen, gerade spontan. Gerne. Klar, gerne.
Sehr cool. Ja, danke dir fürs Teilen. Und auch sehr schön, dass du die Zeit genommen hast, Mathis, und viel über Petarbeitz erzählt hast, über eure Geschichte. Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Sehr cool, dass du da warst.
Danke, mir auch. Ja, ist immer wieder schön, das auch mal ein bisschen zu reflektieren, auch mal ein bisschen wieder zurückzugucken. Es passiert ja immer so viel und man hat immer so viel Blick nach vorne, dass man manchmal vergisst, auch mal das, was man bisher gemacht hat, so ein bisschen zu reflektieren und auch sich mal zufrieden und stolz zu sein. Man ist ja immer sehr umtriebig als Gründer, aber das ist ja auch immer schön, das sich mal wieder bewusst werden zu lassen. Also auch danke für die Chance, das hier zu teilen.
Gerne, gerne. Danke dir. Und ja, das waren schöne letzte Weise Worte. Und dann würde ich sagen, vielen Dank, dass ihr eingeschaltet habt. Bis nächste Woche.
Bis dann.
Macht's gut.
So.
Ciao.





